Samstag, September 29, 2007

Vor der Tür des Reichen aber ...


 
Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 16:19-31

19 Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte.
20 Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war.
21 Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren.
22 Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben.
23 In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß.
24 Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer.
25 Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden.
26 Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, so dass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte.
27 Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters!
28 Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen.
29 Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören.
30 Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren.
31 Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

Predigt I

Nicht, dass er in Purpur und feines Leinen gekleidet war und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte, setzt den reichen Mann ins Unrecht sondern dass er den armen Lazarus vor seiner Haustüre nicht gesehen und seinen Reichtum nicht mit ihm geteilt hat. Nicht einmal die Abfälle von den Speisen hat er ihm zu essen gegeben.
Diese völlig fehlende Solidarität mit dem Armen vor seiner Haustüre wird ihm schließlich zum Verhängnis.
Die krasse Gegenüberstellung in der Geschichte Jesu führt mich zu einem Gegenbeispiel, das an Deutlichkeit ebenfalls nichts zu wünschen übrig lässt.

Mein Gegenbeispiel nehme ich aus dem Leben der hl. Therese vom Kinde Jesu, der zu Ehren wir heute ein Triduum beginnen. In gewissen Hinsichten ist sie mit dem reichen Mann im Evangelium zu vergleichen; freilich bestand ihr Reichtum nicht in materiellen Gütern sondern in den Gaben des Geistes, die der Herr überreich in ihr Herz ausgegossen hat. Eine davon ist die Gabe des Glaubens. In ihrer Autobiographie schreibt sie auf Seite 137: „ Ich erfreute mich damals eines so lebendigen, so klaren Glaubens, dass der Gedanke an den Himmel mein ganzes Glück ausmachte, ich konnte mir nicht vorstellen, dass es Gottlose gäbe, die keinen Glauben haben. Ich meinte, sie sprächen gegen ihre bessere Erkenntnis, wenn sie die Existenz des Himmels leugneten, des schönen Himmels, wo Gott Selbst ihr ewiger Lohn sein möchte.“
Nun lässt es Gott zu, dass ihr diese Freude am Glauben genommen wird und sie erfährt existentiell, dass es das gibt: Durch Missbrauch der Gnaden diesen Schatz zu verlieren und so keinen Glauben zu haben! Dichteste Finsternisse drangen in ihre Seele ein und der ihr so süße Gedanke an den Himmel war bloß noch Anlass zu Kampf und Qual. Gerne wollte sie ausdrücken, was sie fühlte, aber es ist ihr unmöglich. „Man muss durch diesen dunkeln Tunnel gewandert sein, um zu wissen, wie finster er ist.“
Wie verhält sich Therese wie entscheidet sie sich?
Sie bittet um Verzeihung für ihre Brüder, sie ist bereit, das Brot der Schmerzen zu essen, solange der Herr es will; sie will sich von diesem mit Bitternis beladenen Tisch, an dem die armen Sünder essen, nicht mehr erheben vor dem durch den Herrn bezeichneten Tag. Und dann fügt sie an: „O Jesus, wenn es nötig ist, dass der von ihnen besudelte Tisch durch eine dich liebende Seele gereinigt werde, so will ich gern das Brot der Prüfung einsam essen, bis es dir gefällt, mich in dein lichtes Reich einzuführen. Die einzige Gnade, die ich von dir erbitte, ist, dich nie zu beleidigen!“ Therese stellt sich ganz auf die Seite derer, die nicht glauben können und ist bereit, alles dafür zu geben, dass sie zum Glauben kommen. Obwohl sie nicht den Genuss des Glaubens verkostet, bemüht sie sich dennoch, dessen Werke zu tun

Der Herr hat den Tisch ihres Lebens zudem mit geistlicher Erfahrung reichlich gedeckt. Und auch in dieser Hinsicht findet sie den armen Lazarus vor ihrer Haustüre in den Novizinnen, die ihr als Gehilfin der Novizenmeisterin vom Februar 1893 an bis zu ihrem Tode (am 30.9.1897) anvertraut waren. Sie hatte viel gelernt, indem ich andere unterwies. Zunächst sah sie, dass alle Novizinnen ungefähr die gleichen Kämpfe haben, aber anderseits doch sehr verschieden sind. Darum sieht sie wie unmöglich es ist, sich gegen alle gleich zu verhalten.
Bei einigen fühlte sie, dass sie sich klein machen musste, die Verdemütigung nicht scheuen durfte, ihnen ihre eigenen Kämpfe und Niederlagen zu bekennen; sehen sie bei ihr die gleichen Schwächen wie bei sich selbst, dann gestehen ihr ihre kleinen Schwestern auch ihrerseits die Fehler ein, die sie sich vorwerfen, und freuen sich, dass Therese sie aus eigener Erfahrung versteht.
Bei andern musste sie im Gegenteil große Festigkeit beweisen, wenn sie sie fördern will, und darf nie auf etwas Gesagtes zurückkommen. Sich erniedrigen wäre hier keineswegs Demut, sondern Schwäche. Gott hat ihr die Gnade verliehen, den Kampf nicht zu fürchten und um jeden Preis ihre Pflicht zu tun. Mehr als einmal bekam sie zu hören: — «Wenn Sie bei mir etwas erreichen wollen, so müssen Sie mich mit Güte anfassen; mit Gewalt wird es Ihnen nicht gelingen.» Therese weiß, dass niemand in eigener Sache ein guter Richter ist, und dass ein Kind, das vom Arzt einer schmerzhaften Operation unterzogen wird, unfehlbar laut schreit und behauptet, das Heilmittel sei schlimmer als das Übel; ist es jedoch nach einigen Tagen wieder gesund, so ist es ganz glücklich, erneut spielen und springen zu können. So verhält es sich auch mit ihren Novizinnen, sie sehen bald ein, dass oft ein wenig Bitterkeit dem Zucker vorzuziehen ist, und scheuen sich nicht, dies einzugestehen. Mitunter muss sie innerlich lächeln, wenn sie beobachte, welche Wandlung sich von einem Tag auf den andern vollzieht. (vgl. S 155f)

Therese hat sich so gegenüber ihren Novizinnen verhalten weil sie gegenüber allen Schwestern ein geistliches Festmahl aus freundlicher und fröhlicher Liebe bereiten wollte. „Ich kenne jedenfalls kein anderes und will den Hl. Paulus nachahmen, der sich mit jenen freute, die er in der Freude begegnete; freilich weinte er auch mit den Betrübten, und so sollen denn manchmal auch Tränen fließen bei dem Gastmahl, das ich geben will, stets aber will ich mich bemühen, dass zum Schluss diese Tränen sich in Freude wandeln, da der Herr fröhliche Geber liebt.“ (S. 160)
Auch hierfür eines von zahlreichen Beispielen:“ Ich entsinne mich eines Liebesdienstes, den mir der Liebe Gott eingab, als ich noch Novizin war; es war eine geringfügige Sache, doch unser Vater, der ins Verborgene sieht, der mehr auf die Absicht als auf die Größe der Leistung blickt, hat mich bereits dafür belohnt, ohne das andere Leben abzuwarten. Es war zurzeit, als Schw. St Pierre noch in den Chor und ins Refektorium ging. Bei der Abendbetrachtung hatte sie ihren Platz vor mir: 10 Minuten vor 6 Uhr musste eine Schwester sich Zeit nehmen, sie ins Refektorium zu führen, denn die Krankenschwestern hatten damals zu viele Kranke, um sie abholen zu können. Es kostete mich viel, mich für diese kleine Dienstleistung anzubieten, denn ich wusste, es war nicht leicht, diese arme Schwester St. Pierre zufrieden zu stellen, die so sehr litt, dass sie nicht gern die Begleiterin wechselte. Ich wollte jedoch eine so schöne Gelegenheit, die Liebe zu üben, nicht versäumen, in Erinnerung an das Wort Jesu: Was ihr dem geringsten der Meinen tut, das habt ihr mir getan. Ich bot mich also recht demütig an, sie zu führen: nicht ohne Mühe erreichte ich, dass meine Dienste angenommen wurden! Endlich ging ich ans Werk, und ich war so guten Willens, dass ich vollen Erfolg hatte.
Jeden Abend, wenn ich meine Schw. St Pierre ihre Sanduhr schütteln sah, wusste ich, dass dies heißen sollte: auf den Weg! Es ist unglaublich, was es mich, besonders im Anfang, kostete, aufzubrechen; ich ging jedoch augenblicklich, und dann begann eine ganze Zeremonie. Zunächst hieß es, die Bank auf eine bestimmte Art wegzurücken und fort zu tragen, vor allem ohne zu drängen, dann folgte der Spaziergang. Man musste hinter der armen Kranken hergehen und sie dabei am Gürtel festhalten, ich tat es so behutsam wie nur möglich; aber machte sie unseliger Weise einen Fehltritt, dann schien ihr gleich, ich hielte sie schlecht, und sie würde fallen. - Ach! mein Gott! Sie gehn viel zu schnell, ich werd' mir die Knochen brechen.» Versuchte ich dann, noch langsamer zu gehen — «So kommens' doch! Ich spür' Ihre Hand nimmer, Sie hab'n mich losg'lassen, ich fall' um! Ach! Ich hab's ja gleich g'sagt, dass Sie zu jung sind, um mich zu führen.» Schließlich gelangten wir ohne Unfall ins Refektorium; dort ergaben sich neue Schwierigkeiten, es galt Sr. St. Pierre hinzusetzen und sich geschickt anzustellen, um sie nicht zu verletzen, darauf musste man ihr die Ärmel zurückschlagen (wieder auf eine bestimmte Art), dann durfte ich gehen. Mit ihren armen verkrüppelten Händen brockte sie das Brot in ihren Napf, so gut sie es konnte. Das bemerkte ich bald, und jeden Abend verließ ich sie erst wenn ich ihr auch noch diesen kleinen Dienst erwiesen hatte. Da sie mich nicht darum gebeten hatte, war sie über meine Aufmerksamkeit sehr gerührt und durch dieses nicht eigens gesuchte Mittel gewann ich vollends ihre Gunst und vor allem (ich erfuhr es erst später) weil ich, nachdem ich das Brot geschnitten hatte, vor dem Weggehen für sie mein schönstes Lächeln aufsetzte.“ (S. 160f.)

So wollen wir uns für das Vorbild der Therese entscheiden und in den Freuden unseres Lebens den Lazarus vor unserer Haustüre aufsuchen; wir wollen ihn lieben, ihn in unser Haus bitten und unsere Güter und Freuden mit ihm teilen. Auf diese Weise werden wir zum freudenvollen Leben hier auf Erden dort im Himmel das Leben in Abrahams Schoß dazu gewinnen. Amen!


Predigt II
Die Geschichte vom Reichen und dem Armen vor seiner Tür zeigt damals wie heute eine soziale Wirklichkeit überdeutlich auf: dass nämlich großer Reichtum auf der einen Seite äußerster Armut auf der anderen gegenübersteht und dass die Kluft zwischen beidem unüberwindlich erscheint und zunimmt.
Dem Verlangen des Armen zumindest nach den Tischresten des Reichen steht dessen völlige Ignoranz des Armen gegenüber.
Wir finden diese Situation heute auf internationaler, auf nationaler und auf individueller Ebene wieder. Wo finden wir uns wieder? Im reichen Mann? Im Lazarus? Haben auch wir Verlangen nach den Essenresten der Reichen? Oder müssen wir uns vorwerfen, dass wir den Armen vor unserer Haustüre ignorieren?

Bei all seinem Überfluss hat der Reiche in der Geschichte doch einen Mangel: Er ist namenlos. Der Arme hat einen Namen: Er heißt Lazarus. Dieser Name kommt aus dem Hebräischen und bedeutet: Gott hat geholfen! Mit Gott kommt der in den Blick, dem der Zustand des Armen nicht gleichgültig ist! In der Geschichte freilich erweist er seine Hilfe erst nach dem Tod des Lazarus, indem er ihn in den Schoß Abrahams legt. Der Reiche hingegen muss qualvoll in der Unterwelt leiden.

Jesus ruft auf diese Weise folgende Wahrheiten in Erinnerung: Mit dem Tod ist nicht alles aus! Es gibt vielmehr ein Weiterleben nach dem Tod. Und wie dieses verläuft hängt ab vom Leben vor dem Tod. Für das Tun und Lassen in diesem irdischen Leben heißt es Rechenschaft ablegen und Verantwortung tragen nach dem Tode. Was nun nach dem Tode geschieht hängt in der Geschichte ganz davon ab, wie mit den materiellen Gütern umgegangen wird und ob sie verwendet werden, um damit Armen Gutes zu tun. Es ist bezeichnend, dass von keiner religiösen Übung die Rede ist.
In der Geschichte wartet Gott mit der Hilfe für Lazarus bis nach dessen Tod, wie auch der reiche Mann die Folgen für sein Verhalten erst nach dem Tode erleben muss. Die Geschichte will uns ganz darauf konzentrieren, wie wir mit unserem Reichtum, ja, mit unserem Überfluss umgehen und ob wir den Armen vor unserer Türe beachten und wie wir ihm helfen. So kann diese Geschichte bei uns dann greifen, wenn wir an ein Weiterleben nach dem Tode glauben und uns bewusst ist, dass unser Tun und Lassen Folgen hat – auch für uns selber.

Gott hat uns in den Heiligen Beispiele geschenkt, die uns helfen wollen zu einem heilsamen Umgang mit unseren Gütern. Letzte Woche feierten wir so ein Vorbild im hl. Vinzenz von Paul. Und ein weiteres werden wir am 1. Oktober feiern in unserer hl. Therese vom Kinde Jesu. Zur Erinnerung an sie haben wir gestern eine Dreitagefeier begonnen.

Auch sie hat dieses Teilen vorbildlich gelebt in ihrer Solidarität mit Leidenden, im Teilen ihrer geistlichen Gaben mit ihren Schwestern und in ihrer umsichtigen und zuvorkommenden Liebe ihnen gegenüber.

Als Therese etwa ihre Freude am Glauben genommen wurde hat sie sich dagegen nicht gesträubt sondern sich mit denen vereint, die nicht glauben konnten, weil sie diese Gabe aus eigener Schuld verloren hatten. Mit ihnen wollte sie solange das bittere Brot der Schmerzen essen und solange an diesem Tisch der Bitternis sitzen bleiben, wie Jesus wollte.
Den Novizinnen, die ihrer Begleitung anvertraut waren, hat sie nach Bedarf und mit Bedacht so ihre Erfahrung mitgeteilt, dass sie reichlich Nutzen daraus ziehen konnten.
Und galt es, Mitschwestern ein Festmahl freundlicher und fröhlicher Liebe zu bereiten, so musste auch sie sich dazu überwinden; aber dann half sie mit solcher Herzlichkeit, Rücksichtnahme und zuvorkommender Hilfsbereitschaft, dass sie den betreffenden Schwestern einen Vorgeschmack auf Abrahams Schoß bereiten konnte.
So hat Therese jene Macht der Liebe Gottes gelebt, die sich vor allem im Erbarmen und im Verschonen zeigt.
Dieser Macht wollen auch wir uns öffnen, damit sie durch uns lebe und wir in ihr Leben in Fülle haben. Amen!


Dienstag, September 25, 2007

Er aber meinte den Tempel seines Leibes


 
Aus dem hl. Evangelium nach Johannes 2:13-22

13 Das Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.
14 Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen.
15 Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um.
16 Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!
17 Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich.
18 Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst?
19 Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.
20 Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?
21 Er aber meinte den Tempel seines Leibes.
22 Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.



1726 wurde unsere Karmelitenkirche geweiht. Das sind nun 281 Jahre her. Jahr für Jahr gedenken wir dieses Ereignisses mit einer Feier im höchsten liturgischen Rang eines Hochfestes. Warum mit einem Hochfest? Weil damals vor 281 dieses Haus zum Höchsten unseres Lebens geweiht und bestimmt wurde: zum Gottesdienst!

Und dies in einem zweifachen Sinne:
Zum einen will in diesem Hause Gott selber zu uns herabkommen, um uns zu begegnen, um uns zu beschenken, um uns zu lieben – um uns zu dienen. Gottesdienst, weil Gott selber kommt, um uns zu dienen zu unserem Heil.
Es gibt eine Form des Dienstes Gottes an uns, die in diesem Hause besonders angeboten wird: Ich meine den Dienst der Versöhnung. Viele Male im Verlauf eines Jahres sprechen wir Priester reuigen Sündern im Namen des Herrn Vergebung ihrer Sünden und Versöhnung mit Gott und den Mitmenschen zu. Sind wir besonders dankbar für diesen Dienst der Heilung und der Heiligung, den der Herr selber durch uns Priester vollzieht; ihr aber betet für uns Seelsorger, dass wir uns dieses Dienstes würdig erweisen und wir immer für diesen Dienst voll Liebe bereit sind.

Zum anderen wollen in diesem Hause wir Gott dienen, indem wir uns seinem Dienst öffnen, wir uns von IHM bedienen lassen, seine Liebe annehmen, sein Wort hören, die Speisen von Brot und Wein essen, die ER uns reicht und in der ER selber zu uns kommt; dadurch werden wir zu weiterem Dienst befähigt: dass wir Gott loben und ihn preisen, dass wir ihn bitten und ihm so unser ganzes Leben anvertrauen. Und wir vertrauen ihm unser ganzes Leben an, damit er es mehr und mehr zu einem ganzen Gottesdienst mache in der Welt, in der wir leben.
So wird dieses Haus zu einem Vorausbild für das Haus des Lebens, in dem wir uns aufhalten und in dem wir berufen sind, Zeugen der Liebe Gottes zu sein in seiner unergründlichen Tiefe und in seiner unermesslichen Vielfalt.
In diesem Haus der Kirche will Gott uns einführen in das Haus der Welt; in beiden ist Gott anwesend als der Lebendige, als der Verborgene, als der uns Liebende, als der, der auf unsere Antwort der Liebe wartet; als der Leidende und als der, der darauf wartet, dass wir ihn trösten in seinem Leiden durch unser frohes Helfen und unsere Bereitschaft, mit ihm zu leiden.
Der Gottesdienst in diesem Haus will uns rüsten und fähig machen zum Dienst an den Menschen in der Welt, in der wir leben.
In diesem Haus kommen wir beim Gottesdienst zum lebendigen Stein (1Pet 2:4ff.), der uns alle zu lebendigen Steinen machen will, damit wir dieses Haus in unserem Leben nachbilden und dort das lebendige Haus der Kirche bauen in einem Leben nach dem Evangelium, erfüllt vom Geist der Seligpreisungen und gegründet auf das eine Fundament: auf Christus, unseren Herrn!
Dieser ist nicht nur der Grundstein sondern auch der Schlussstein, der den Bau zusammenhält und vollendet. (vgl. Eph 2:20)

So begegnen wir in diesem Haus Gott als dem Ursprung und dem Ziel unseres Lebens; wir öffnen uns seinem Sohn, der uns in der Kraft des hl. Geistes die Gotteskindschaft erneuert und uns befähigt als Gottes Hausgenossen in dieser Welt zu leben, damit die Menschen unsere guten Werke sehen und den Vater im Himmel preisen. (Vgl. Mt 5:16)

So danken wir dem Herrn für das Werk der Erlösung, das er in diesem Haus hin und hin vollzogen hat und bitten ihn, er möge es auch weiterhin an uns und unseren Nachkommen vollziehen, damit wir ihn zu Recht als den gnädigen, allzeit barmherzigen und gerechten Gott preisen können, der nicht müde wird, uns durch seinen Sohn mit Erbarmen, Friede, Freude und Liebe zu überschütten.
Werden bloß wir auch nicht müde, im Vertrauen uns diesen Gaben zu öffnen und überreich davon zu leben und davon auszuteilen, so dass auch weiterhin von fünf Broten und zwei Fischen zwölf Körbe übrig bleiben! (Mt 14:19f.)
Gepriesen sei der Herr für seine Güte, die er immer in diesem Hause schenken möge. Amen!

Donnerstag, September 20, 2007

...damit ihr aufgenommen werdet!


Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 16: 1 – 13

1 sagte Jesus zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen.
2 Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein.
3 Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich.
4 Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin.
5 Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig?
6 Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib „fünfzig.“
7 Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib „achtzig.“
8 Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.
9 Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es (mit euch) zu Ende geht.
10 Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen unrecht tut, der tut es auch bei den großen.
11 Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen?
12 Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer (wahres) Eigentum geben?
13 Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.



Jesus lobt beim unehrlichen Verwalter nicht sein kriminelles Verhalten sondern er lobt ausdrücklich seine Klugheit (vgl. Lk 16:8), die darin besteht, dass er unverzüglich zur Sicherung seines Wohlstandes jene Mittel einsetzt, die ihm zur Verfügung stehen.

Jesus möchte von seinen Jüngern und von uns, dass wir auch so klug sind, wie der Verwalter im Evangelium: Auch wir sollen unverzüglich jene Mittel verwenden, die uns zur Verfügung stehen, um unsere Lebensfülle zu erhalten. Damit ist nicht materieller Reichtum gemeint; vor so einem Missverständnis warnt die erste Lesung sehr eindringlich. (vgl. Am 8:4 – 7)

Was Jesus mit Lebensfülle meint, drückt Paulus in der zweiten Lesung so aus: „Wir sollen ruhig und ungestört in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit leben; das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter;“ (1Tim2:2f) mit dieser Lebensfülle helfen wir mit, „dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.“ (1Tim 2:4) Es ist das jene Lebensfülle, die Jesus uns wünscht, wenn er sagt: Sie sollen „das Leben haben und es in Fülle haben!“ (Joh 10:10)

Welche sind nun jene Mittel, die wir zur Sicherung dieser Lebensfülle zur Verfügung haben? Dieser und jeder Gottesdienst, das Gebet, die Beichte, sämtliche Sakramente, heilige Zeichen, die Werke der Liebe zu Gott, den Mitmenschen und zur Schöpfung.

Apropos Schöpfung: Alles in ihr ist Mittel auf Gott hin; die gesamte Schöpfung ist wie ein herrlicher Vorhang vor dem Antlitz Gottes. Die Schöpfung verhüllt uns Gott und zugleich weist sie uns auf ihn hin. Die ganze Schöpfung von A bis Z will uns zu dem eigentlichen Mittel für die Erhaltung unserer Lebensfülle hinführen – zu Gott selber: Seine Nähe, seine Anwesenheit, sein Für-uns-da-Sein sind der eigentliche Nährboden unserer Lebensfülle. Die Mittel der Kirche und unseres Glaubens wollen uns helfen, die Mutterbrust Gottes mit Gewissheit zu finden.

Und welches Kind, das Hunger hat, ergreift denn nicht die Brust seiner Mutter, um daraus seinen Hunger und seinen Durst zu stillen. Wir müssen wie so ein Kind werden, sonst kommen wir nicht in das Himmelreich.

Wie könntest Du heute also aus der Mutterbrust Gottes trinken: Welches Gebet, welche Tat der Liebe, welches Zeichen, welcher Gedanke könnte dir heute jene Lebensfülle vermitteln, die Gott Dir schenken möchte.

Ergreife dieses Mittel unverzüglich und entschlossen! Sei nicht wie einer, der am reich gedeckten Tisch verhungert, weil er die Überfülle an Speisen und Getränken nicht sieht, nicht davon nimmt und nicht davon isst. Sei wie der Verwalter im heutigen Evangelium, der unverzüglich alles tut, was ihm möglich ist, um sich im Wohlstand zu erhalten.
Auch wir wollen unverzüglich glauben, dass Jesus der einzige Mittler zwischen uns und Gott ist, (vgl. 1Tim 2:5) jene Brücke auf der wir gewiss dem wahren und lebendigen Gott begegnen;
Wir wollen uns unverzüglich diesem Jesus öffnen, der in dieser Feier selber zu uns gesprochen hat, dessen eigene Worte wir eben im Evangelium gehört haben; der selber unsere Speise sein will im Brot des Lebens und unser Trank im Kelch des Heiles.
Wir wollen uns unverzüglich auf die Suche machen nach einem Gedanken, einem Wort oder einer Tat der Liebe, die wir einem unserer Nächsten schenken wollen zum Zeichen dafür, dass wir uns dem Geist des Herrn geöffnet haben, der uns miteinander verbindet.
Und wir müssen jetzt handeln - das meine ich mit unverzüglich und das meint Jesus auch mit der Erzählung vom klugen Verwalter – denn im nächsten Augenblick kann es zu spät sein, da kann mir der Herr die Verwaltung bereits entzogen haben und dann habe ich die Mittel nicht mehr so wie jetzt zur Verfügung, um mir meine Lebensfülle zu erhalten.

Nützen wir also unverzüglich die Mittel und die Zeit aus, die wir noch zur Verfügung haben. Der Grund dafür, dass wir mit diesen Mitteln und der verfügbaren Zeit so nachlässig umgehen, ist der, dass wir die Lebensfülle nicht angemessen zu schätzen wissen, die der Herr uns schenken möchte. Der Herr lehre uns mit allen Kräften unseres Herzens die Lebensfülle, die „ewigen Wohnungen“ im Evangelium, (vgl. Lk 16:9) zu schätzen, die er uns hier auf Erden und dort im Himmel – auf jeden Fall aber bei sich in seiner Nähe bereiten will. Amen!

Mittwoch, September 12, 2007

Vater...


 
Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 15: 1 – 32

1 Alle Zöllner und Sünder kamen zu ihm, um ihn zu hören.
2 Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.
3 Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:
4 Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
5 Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, 6 und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wieder gefunden, das verloren war.
7 Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.
8 Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet?
9 Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wieder gefunden, die ich verloren hatte.
10 Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.
11 Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne.
12 Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf.
13 Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.
14 Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht.
15 Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.
16 Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
17 Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um.
18 Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.
19 Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.
20 Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
21 Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.
22 Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an.
23 Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein.
24 Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
25 Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.
26 Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle.
27 Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat.
28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.
29 Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte.
30 Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
31 Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.
32 Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden.



Die Zöllner und Sünder kommen zu Jesus, um ihn zu hören!
Sie fühlen sich von Jesus angesprochen. Sie spüren, dass dieser Jesus anders ist als die Pharisäer und Schriftgelehrten – ganz anders!
Bei den Pharisäern und Schriftgelehrten sind sie abgeschrieben und verurteilt – Sünder ohne Umkehr. Zwischen ihnen liegt ein unüberwindlicher Graben der Ablehnung und des Hasses.

Bei Jesus spüren sie, dass eine Verbundenheit da ist. Nicht, dass er ihre Methode, den Zoll einzuheben und sich dabei sehr zu bereichern, gutheißt; beileibe nicht!
Aber diese Ablehnung ist nicht alles bei Jesus; da ist noch mehr: da ist die Bereitschaft Jesu, sie trotz ihres Fehlverhaltens als Menschen zu achten und ihnen damit die Chance einer Umkehr und einer Änderung ihres Lebens zu geben.
Diese Chance legt Jesus ihnen nun allerdings nicht in der strengen Form von Verboten, Geboten und Drohungen vor, wie das etwa die Pharisäer und Schriftgelehrten tun würden:

„Ihr dürft keine Wucherzölle einnehmen! Ihr dürft das auserwählte Volk nicht bestehlen! Ihr schließt euch so aus vom Volk Israel und beschwört Gottes Zorn und Gottes Gericht auf euch herab.“

Solche Töne hören sie von Jesus nicht! Diese Platte spielt Jesus nicht!
Die Chance zur Umkehr legt Jesus ihnen in einer Geschichte nahe, im Gleichnis vom Vater mit seinen zwei Söhnen.
Dieses Gleichnis ist eine Einladung zur Umkehr; eine Einladung, die nicht zwingt und nötigt, die vielmehr der eigenen Einsicht und der freien Entscheidung Raum gibt.
Etwas vom Schönsten in dieser Geschichte ist, dass beide Söhne vom Vater nicht festgelegt werden auf ihren momentanen Zustand – und mag dieser Zustand auch noch so miserabel und kleinlich sein. Er lässt ihnen die Möglichkeit, sich zu ändern; er traut beiden diese Änderung zu; er wartet bei beiden darauf.

In diesem Zusammenhang hat der ehemalige UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld einmal das wahre Wort gesagt, dass es gar nicht tragisch ist, dass wir sündigen und Fehler machen; tragisch ist vielmehr, dass wir jeden Augenblick die Gelegenheit zur Umkehr haben – diese Gelegenheit aber nicht nützen.

Apropos Umkehr:

Ein Gespräch zwischen einem kürzlich zu Christus bekehrten Mann und einem ungläubigen Freund: "Du bist also zu Christus bekehrt worden?" - "Ja."
"Dann musst du eigentlich gut über ihn Bescheid wissen. Sag mir:
In welchem Land wurde er geboren?"
"Das weiß ich nicht."
"Wie alt war er, als er starb?"
"Das weiß ich nicht."
"Wie viele Predigten hat er gehalten?"
"Das weiß ich nicht."
"Du weißt aber wirklich sehr wenig für jemand, der behauptet, zu Christus bekehrt worden zu sein!"
"Du hast Recht. Ich schäme mich, so wenig von ihm zu wissen. Aber soviel weiß ich: Noch vor drei Jahren war ich ein Trinker. Ich hatte Schulden. Meine Familie brach auseinander. Meine Frau und Kinder fürchteten sich jeden Abend vor meiner Heimkehr. Aber jetzt habe ich das Trinken aufgegeben; wir haben keine Schulden mehr; wir sind eine glückliche Familie. Meine Kinder erwarten mich ungeduldig jeden Abend. Das alles hat Christus für mich getan. Soviel weiß ich von Christus!"

Wirklich wissen heißt, von diesem Wissen verändert zu werden.

Wir haben alle unser Dunkelbild und unser Lichtbild. Wir vergessen bei uns und bei anderen über dem Dunkelbild das Lichtbild. Gott ist der Bewahrer unseres Lichtbildes; er behandelt uns nach diesem Lichtbild; wir behandeln einander oft nach unserem Dunkelbild.
Jesus hält uns dieses Lichtbild immer wieder vor Augen, damit wir uns durch Umkehr in dieses Lichtbild hineinwandeln – wie der Sohn im Gleichnis Jesu, wie der Mann in der Geschichte.
Das wirkliche Wissen um Jesus, der unser Lichtbild sieht, wird uns in dieses Lichtbild verändern.

Dieses Wissen ist wie frische Luft. Wir müssen uns nur getrauen, diese Luft einzuatmen, von dieser Luft zu leben – dann erleben wir mit dem eigenen Lichtbild immer mehr auch das Lichtbild der anderen.
Im anderen nur das Dunkle sehen heißt selber das Dunkel im Herzen tragen.

Wir wollen beten:
Großer Gott, du bist ein Gott der Sünder, der auf die Menschen wartet und sich über ihre Umkehr freut. Schenke uns den erlösenden Glauben an deine Liebe und Vergebung und lass uns diese liebende Vergebung einander weiterschenken. Durch Christus unseren Herrn! - Amen!

Mittwoch, September 05, 2007

Wer nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet...


 
Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 14: 25 – 33

25 Viele Menschen begleiteten ihn; da wandte er sich an sie und sagte:
26 Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.
27 Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.
28 Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? 29 Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten
30 und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.
31 Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
32 Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.
33 Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.



Es ist zum Davonlaufen mit Jesus – gerade wenn er so redet wie heute. Dabei hört sich die Übersetzung noch zahm an. Im Urtext heißt es: „Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben hasst, dann kann er nicht mein Jünger sein.“ (Lk 14:26)
Es ist kein Wunder, dass manche vor solchem Wort flüchten. Ich kenne Mitarbeiter in der Verkündigung, die wählen kurzerhand das Evangelium von einem anderen Sonntag aus, wo sie sich leichter tun beim Predigen.
Die befolgen wohl, was Jesus eben gesagt hat: „Kann ein König mit 10 000 Mann sich einem anderen mit 20 000 nicht entgegenstellen, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.“ (Lk 14:31f)
Insofern sind diese Mitarbeiter ehrlich, als sie sagen: Dieses Herrenwort ist mir zu steil; ich weiche aus und suche mir ein leichteres aus.
Allerdings geht ihre Ehrlichkeit dann aber auch nicht wieder so weit, dass sie ihre Flucht auch den Zuhörern offen legen. Natürlich versuchen sie ihr Verhalten mit Klugheit zu rechtfertigen, indem sie sagen, dieses Herrenwort sei heute niemandem mehr zuzutrauen.
Damit unterstellen sie die eigene Feigheit aber auch ihren Zuhörern.
Dennoch müssen sich diese Mitarbeiter dem Wort des Paulus aus dem 2. Brief an Timotheus stellen: „Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden.“ Soweit der Apostel (in 2Tim 4:2-4).
Das Verhalten dieser Mitarbeiter zeigt, dass auch heute solche Zeiten sind. Das sich ein derartiges Meiden der gesunden Lehre allerdings auf die Gesundheit niederschlägt, wird an ebendiesen Mitarbeitern auch deutlich: Denn die sind massiv von Depression bedroht, wenn an ihrer bequemen Lebensführung ernsthaft gerüttelt wird und der Tod unüberhörbar an die Tür ihres Lebens klopft.

Ich halte mich nun keineswegs für besser als jene Mitarbeiter; deshalb will ich mich dem Wort des Herrn im heutigen Evangelium stellen und mich fragen, wie kann ich es in meinem Leben einordnen; oder besser gesagt: wie ich mein Leben in dieses Wort Jesu hineinordnen kann?
Einen ersten Schritt legt die 1. Lesung aus dem Buch der Weisheit nahe: „Denn welcher Mensch kann Gottes Plan erkennen, oder wer begreift, was der Herr will? Wer hat je deinen Plan erkannt, wenn du ihm nicht Weisheit gegeben und deinen Heiligen Geist aus der Höhe gesandt hast?“ (Weish 9:13.17)
Der 1. Schritt ist also die Bitte um Gottes Geist und Gottes Weisheit im Umgang mit seinem Wort.
So geführt wollen wir uns dem Wort des Herrn nahen und der gesunden Lehre nachspüren, die Jesus uns heute erteilen möchte.

Da bemerken wir zuerst einmal eine Stimmung des Miteinander wenn es heißt: „Viele Menschen begleiteten ihn!“ (Lk 14:25) Das hört sich so freundschaftlich, ja gar familiär an. So wie ein Familienausflug an einem wunderschönen Sonntag. Doch wird diese Idylle jäh gestört durch das Wort Jesu: „Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben hasst, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.“ (Lk 14:25-27)
Was macht Jesus da? Warum spricht er so zu den Leuten? Warum spricht er so auch zu uns?
Jesus sagt: Stopp! Überlegt einmal, was es eigentlich bedeutet: mit mir zu gehen und mein Jünger zu sein! Das ist kein Sonntagsspaziergang nach Lust und Laune. Wer mit mir gehen will, den will ich ganz. Den nehme ich mit Haut und Haar, von Kopf bis Fuß, mit Leib und Seele in Anspruch. Bei dem muss ich der Maßstab aller Dinge sein – ich und sonst niemand. Überlegt also gut und bedenkt, wie ihr mir nachfolgt.
Unverkennbar ist in diesen Worten Jesu die eifersüchtige Liebe Gottes aus dem ersten Bund herauszuhören, der ja auch die Liebe seines Volkes mit keinem anderen teilen wollte: „Ihr seid mein Volk und ich bin euer Gott!“ (Lev 26:12)
Nun ist Jesus bekannt für seine starken Formulierungen; was aber das heutige Wort keineswegs abschwächt; denn es geht ja auch um eine starke Sache: es geht schlicht und ergreifend um unser Leben! Und da ihm das über alles kostbar ist, hört sich bei ihm alle Weichrederei auf. Was bleibt uns übrig als Antwort?
Davonlaufen ist eine Variante – die offenbar nicht zum Ziel führt.

Uns der Wahrnehmung stellen ist die Alternative: Der Wahrnehmung nämlich, dass wir noch nicht so weit sind, wie Jesus es möchte; und dass wir ja auch irgendwie möchten, aber noch nicht können, wie wir vielleicht könnten, wenn wir nur wirklich wollten.
Wir erleben uns in jener Unsicherheit, die daher kommt, dass wir uns einerseits in unserem Besitz wohl fühlen: Er gibt uns Sicherheit, Geborgenheit, wir sind ihn gewohnt. Auf der anderen Seite wissen wir, dass er uns jeder Zeit abhanden kommen kann – und was dann!?

Jesus möchte uns durch das harte Wort des heutigen Evangeliums zumindest in dieser Unsicherheit belassen und uns zugleich öffnen dafür, dass er der einzige Besitz ist, der uns nicht genommen werden kann und der uns wahre Sicherheit und unerschütterlichen Frieden schenkt.
Stehen wir zu unserer Halbherzigkeit in der Nachfolge Jesu; weichen wir dem Schmerz unserer christlichen Unvollkommenheit nicht aus und haben wir das Vertrauen, dass diese ehrliche Begegnung mit dem Herrn nicht spurlos an uns vorübergehen wird; sie wird uns vielmehr wandeln und bereiten für die wahre Freiheit und das ewige Erbe.

Samstag, September 01, 2007

Setz dich auf den untersten Platz!


Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 14:1.7-14

1 Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau.
7 Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen:
8 Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, 9 und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen.
10 Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen.
11 Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
12 Dann sagte er zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten.
13 Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein.
14 Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.




Mir erzählte einmal einer, der glaubte, die Lehre verstanden zu haben, die Jesus im heutigen Evangelium den Pharisäern erteilt:

Bei einem Festessen setzte er sich so ziemlich als erster an den Tisch und zwar an das untere Ende. Gleich kommt auch schon, der ihn zum Essen eingeladen hat, klopft ihm auf die Schultern und sagt zu ihm:
„Danke dir, dass du angefangen hast, dich zu setzen, damit die anderen Leute sich auch endlich hinhocken und wir mit dem Essen beginnen können.“
Und schon eilte er zu den anderen Gästen, um sie an den Tisch zu nötigen.
Unser guter Freund hatte sich das anders vorgestellt: er hatte erwartet, an der Tafel weiter hinaufgebeten zu werden. Natürlich hat er sich seine Enttäuschung nicht anmerken lassen und zu den Worten des Gastgebers freundlich genickt.

Wir merken, dieser gute Mann hatte nach wie vor den ersten Platz im Sinn – er wollte ihn eben nur auf dem Umweg über den letzten Platz erreichen. Sowohl der Mann, der im Gleichnis Jesu den Ehrenplatz aussucht, wie auch der Mann in meiner Erzählung – beide denken sie nur an die eigene Ehre.

Jener Mann aber, der im Gleichnis Jesu den untersten Platz aussucht denkt an einen anderen, der vornehmer sein könnte als er und dem der Ehrenplatz eher zusteht als ihm. In diesem Mann, der den untersten Platz erwählt hat, können wir bei genauerem Hinsehen Jesus selber entdecken: denn er hat in der Tat den untersten Platz eingenommen, indem er am Kreuz gestorben ist. Und er hat das nicht zuerst getan im gläubigen Wissen, dass er auferstehen und in den Himmel auffahren werde; sondern er hat es getan, weil sein Vater im Himmel es so wollte und damit wir den Ehrenplatz der Erlösten und Befreiten einnehmen können.
Der Gedanke widersteht mir geradezu, der sich durch das Gleichnis Jesu nahe legt: Dass wir nämlich vornehmer wären als Jesus. Aber dieser Gedanke kommt in etwa jener Erniedrigung nahe, die Jesus im Leiden und Sterben auf sich genommen hat und er kommt der Erhöhung nahe, die uns durch Jesu Auferstehung geschenkt wurde. Wir können nämlich die Erniedrigung Jesu nicht tief genug und unsere Erhöhung um Jesu Willen nicht hoch genug denken.

Wie dieser Ehrenplatz ausschaut, versucht uns der Apostel im Hebräerbrief darzustellen, indem er schreibt:
„Ihr seid zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung und zur Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind; zu Gott dem Richter aller, zu den Geistern der schon vollendeten Gerechten, zum Mittler eines neuen Bundes.“ (Hebr 12:22-24a)
Beides ist nun aber unverdientes Geschenk aus reiner Liebe: Jesu Auferstehung wie auch unser Ehrenplatz.
Dieses Geschenkhafte meint Jesus, wenn er sein Gleichnis abschließt:
„Wer sich selbst erniedrigt wird erhöht werden.“ (Lk 14:11)
Die Erniedrigung geschieht aktiv: das tun wir selber.
Die Erhöhung ereignet sich passiv: sie geschieht an uns; sie widerfährt uns; sie wird uns geschenkt.

Jesus erteilt aber nicht nur den Gästen sondern auch dem Gastgeber eine Lehre; der ist nämlich genauso in der Gefahr, nur an sich selber zu denken und solche Gäste einzuladen, die ihm dann alles wieder vergelten können und auch vergelten werden durch eine so genannte Gegeneinladung.
Die Loslösung von sich selber und die Hinwendung zum anderen geschieht nun allerdings nicht mehr in Gedanken, wie bei jenem, der den untersten Platz einnimmt, weil er denkt, es werde noch ein anderer kommen, der vornehmer ist als er.
Der Gastgeber nach der Vorstellung Jesu denkt nicht mehr an andere er handelt an anderen – er handelt für andere und zwar wirklich für andere, indem er Arme, Krüppel, Lahme und Blinde einlädt – Menschen also, die ihm seine Einladung nicht mehr vergelten können.
Er kümmert sich so um Menschen auf dem letzten Platz.
Hier nun wird deutlich, dass das Sich Setzen auf den untersten Platz nicht nur als eine private Seelenübung zu verstehen ist sondern als ein Weg zu jenen Menschen, die sich bereits auf diesem untersten Platz befinden.
Das sich Setzen auf den untersten Platz muss werden zu einem sich Setzen neben die Menschen auf diesem untersten Platz – zum Beispiel dadurch, dass sie zum Essen eingeladen werden.

Und erneut entbirgt sich Jesus in diesem Gastgeber für die Armen: Durch seine Menschwerdung hat er den Platz neben uns eingenommen; durch seinen Tod hat er gezeigt, dass dieser Platz nicht so tief sein kann, dass er sich nicht mehr dort hinsetzen würde.

Die Attraktivität des letzten Platzes besteht für uns Christen darin, dass es hier auf Erden SEIN Platz ist. Und es ist Zeichen für ein echtes Christentum, sich von diesem letzten Platz anziehen zu lassen.

Wir bitten:
Gott, dein Sohn hat den letzten Platz aufgesucht, denn er wollte Diener der Ärmsten sein. Schenk uns die Bereitschaft, uns an seiner Haltung zu orientieren, der mit dir lebt und waltet in Ewigkeit. - Amen!