Donnerstag, Dezember 31, 2009

Man gab ihm den Namen JESUS


Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 2: 16 – 21


16So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.


17Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.


18Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten.


19Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.


20Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.


21Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.




Die Raketen der Silvesternacht sind ausgebrannt, ihr buntes Leuchten ist vorüber und wir finden uns im Neuen Jahr an der Krippe wieder und schauen in jenes Licht, das nicht mehr verlöschen wird: Wir blicken auf das Kind in der Krippe, in dem Gottes Liebe zu uns nicht mehr müde wird zu leuchten und zu strahlen.


Dieses Licht wird uns den Weg ausleuchten durch das kommende Jahr: Es wird die kommenden Dunkelheiten begehbar machen; es wird die kommenden Lichter noch mehr erstrahlen lassen, indem es sie verankert im Vater der Lichter, in Gott, von dem alles Gute kommt.


Wir beginnen das neue Jahr an der Krippe. Es ist jener Ort, an dem Gott einen Neubeginn setzt mit uns Menschen. Es ist jener Ort, an dem das Jahr des Heiles beginnt, das kein Ende hat und das mündet in das ewige Leben bei Gott. Wir sind hier an der Krippe, weil wir möchten dass der Neubeginn dieses Jahres sich einfügt in das Heil, das Gott uns in diesem Kind schenkt. Sein Name bringt das zum Ausdruck: Jesus – Gott ist Heil!


Wir sind hier, denn wir möchten, dass dieses Kind uns segnet und den Namen Gottes auf uns legt: auf alles, was uns im kommenden Jahr widerfahren wird; auf alle Menschen, die uns im kommenden Jahr begleiten und begegnen werden: auf unsere Familie, auf unsere Gemeinschaft, auf unsere Freunde – gerade auf jene, die besonders die Liebe Gottes brauchen werden, weil sie einsam sind, weil sie auf Irrwegen gehen, weil sie gefesselt sind, weil niemand sie liebt.


Wir stehen an der Krippe und Maria, die Mutter des Kindes kommt in unseren Blick. Wir feiern heute ihre Mutterschaft und danken ihr für ihren Beitrag zur Menschwerdung ihres Sohnes: dass sie zum Willen Gottes in der Botschaft des Engels JA gesagt hat und sich zur Mutter dieses Kindes hat machen lassen.


Wir feiern heute ihren Muttertag und machen ihr die größte Freude in der Anbetung des göttlichen Kindes. Wir blicken auf sie und lenken unseren Blick mit dem ihren auf das Kind in der Krippe. Das ist der ganze und der einzige Segen, den sie uns und der ganzen Welt zu bringen hat: dieses Kind, dessen Mutter sie ist! Und sie tut dies unablässig seit jenen Stunden an der Krippe in Bethlehem. Sie tut dies jedes Mal, wenn wir zu ihr um Hilfe rufen. Sie erhört unser Bitten aus der Verbundenheit mit ihrem Sohn heraus.


Wie notwendig ihr Beistand und ihre Fürsprache sind zeigt uns all das Schlimme, das auch in diesen Tagen geschieht: Zahlreiche schlechte Nachrichten zeigen uns die Friedlosigkeit vieler Menschen. Gerade diese Menschen ohne Frieden im Herzen drängen uns hin zur Krippe und lassen uns vom Jesuskind Frieden erbitten in die Herzen der Menschen, in die gestörten Beziehungen in den Familien und Gemeinschaften, in die vergiftete Atmosphäre zwischen Völker und Staaten.


Der heutige Tag ist darum der Weltfriedenstag: Der Tag, an dem die Christenheit inständig darum bittet, dass die Botschaft der Engel an die Hirten Wirklichkeit werde: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade!


Von Maria hören wir heute, dass sie alles, was geschehen war, bewahrte und in ihrem Herzen erwog.


Das wollen wir uns von Maria mitnehmen als besondere Gabe zum heutigen Festtag: Wir wollen bewahren, was uns an der Krippe widerfahren ist und was uns dort geschenkt wurde: Wir wollen dem in unserem herzen Raum geben und es erwägen. Das heißt, wir wollen immer wieder dir Gnade und die Liebe bedenken, die an der Krippe aufgeleuchtet ist. Auf diese Weise bleiben wir diesem Licht ausgesetzt; es kann uns mehr und mehr durchdringen, ausfüllen und durch uns leuchten.


Eine Folge davon wird sein, dass es uns wie den Hirten ergehen wird, die von der Krippe zu ihren Herden zurückkehrten, Gott rühmten und ihn priesen für das, was sie gehört und gesehen hatten.


Im Namen Gottes, im Licht seines Angesichts gehen wir unsern Weg. Wir schauen auf den Sohn, er schaut uns an, das Kind mit dem Herzen Gottes und mit den Augen seiner Mutter. Amen!

Samstag, Dezember 26, 2009

... und er war ihnen gehorsam


Aus dem hl. Evangelium nach Lukas

2: 41 – 52


41Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem.


42Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach.


43Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten.


44Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten.


45Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort.


46Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen.


47Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten.


48Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht.


49Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?


50Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte.


51Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.


52Jesus aber wuchs heran, und seine Weisheit nahm zu, und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.






„Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ So antwortet Jesus auf die sorgenvolle Frage: „Kind, wie konntest du uns das antun!?“

Nun steht da zuerst freilich der Kummer im Vordergrund, den Jesus seinen Eltern bereitet hat.


Aber wir sollten doch nicht vergessen, was neben diesem Kummer auch da ist. Nämlich die Einsicht, dieses 12jährigen Knaben, dass Gott sein Vater ist und dass dieser Gott im Tempel wohnt! Worauf ich hinaus will, ist, dass diese Einsicht Jesu auch eine Frucht der religiösen Erziehung seiner Eltern ist.

So hat Jesus in der Tat seine Eltern bekümmert – zugleich dürfen sie aber auch die sehr guten Früchte ihrer Erziehung zur Kenntnis nehmen – was vorerst freilich vom erlittenen Kummer zugedeckt wird.


Bei Maria und Josef ist es nicht anders, wie wohl bei den meisten Eltern: Sie erziehen ihre Kinder mit bestem Wissen und Gewissen. Dennoch bringt diese Erziehung neben den erwarteten Früchten auch unerwartete. Da kommt dann vom Kind Eigenes hinzu, das die Eltern höchstens ahnen und manchmal mit Bedauern oder mit Schrecken erkennen können, wenn es da ist. Dieser Schrecken kommt dann nicht daher, dass es in sich was Ungutes wäre, was da aus dem Kind herauswächst – es ist vielmehr das Ungeplante, das Unerwartete, das Neue, was die Eltern in Sorge und Kummer stürzt. Es kommt im Kind eine Weite zutage, in die die Eltern auch erst allmählich hineinwachsen müssen.


So geschah es auch bei Jesus: Dass Gott sein Vater ist, dass er im Tempel wohnt – das hat er von seinen Eltern gelernt; das hat er mit ihnen aus den Schriften des Alten Bundes herausgelesen;

Aber dass er dann daraus den Schluss zieht, dass er in dem sein muss, was seinem Vater gehört – und im Tempel zurückbleibt – damit haben seine Eltern nicht gerechnet.


Ein Weiteres: Jesus ist nicht allein in einem stillen Winkel des Tempels gehockt und hat, von der Würde der hl. Hallen ergriffen, vor sich hingeträumt.

Seine Eltern fanden ihn vielmehr inmitten der Lehrer, denen er zuhörte und denen er Fragen stellte. Es liegt wohl auf der Hand, dass sie sich dabei über die hl. Schriften der jüdischen Religion unterhalten haben. Und auch hier wieder Frucht der Erziehung, dass Jesus im lebendigen Austausch einer Gemeinschaft Gottes Gegenwart erfährt und lebt; und dass es diese lebendigen Steine sind – Menschen, die Gott suchen und mit ihm und von ihm reden – aus denen Gott seinen Tempel baut.

Ja, das alles haben Maria und Josef Jesus beigebracht: Ein durchschlagender Erfolg ihrer Erziehung!


Aber das alles zählt momentan nicht! Momentan wiegt nur, dass Jesus aus Eigenem etwas getan hat, womit sie nicht gerechnet haben: Er hat eigenständig und ohne was zu sagen, die Familiengemeinschaft verlassen um eines Zieles willen, das ihm seine Eltern eingegeben haben: Gott als Vater zu sehen; seine Nähe zu suchen; bei ihm zu bleiben! Er hat das in einer Weise getan, die den vorgegebenen Rahmen und das Verständnis seiner Eltern sprengte.

Er scheint dieses Verständnis jedoch bei ihnen erwartet zu haben. Daher seine erstaunte Frage: „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört!“

Doch sie verstanden nicht, was er sagen wollte.


Hier müssen wir innehalten und uns fragen: Wie wird es weitergehen? Jesus empfindet und lebt seinen Standpunkt; ihm gegenüber die Eltern, die ihn nicht verstehen können. Werden sie ihn am Arm packen und ihm streng gebieten: Du gehst jetzt sofort mit uns nach Hause? Was geht in Jesus jetzt vor?


Das Weitere gibt Auskunft: „Dann kehrt er mit ihnen nach Nazareth zurück und war ihnen gehorsam.“

Wohl gemerkt: Die Initiative liegt bei Jesus: „Er kehrte mit ihnen nach Hause zurück“ und nicht: „sie nahmen ihn mit nach Hause!“

Und: „er war ihnen gehorsam“ und nicht: „sie passten auf ihn auf, dass so was nicht mehr vorkommt.“


Was ist da in Jesus vorgegangen? Er fügt sich in die vorgegebene familiäre Ordnung ein; er sieht seine Eltern und weiß um ihren besten Willen; er weiß zudem, dass diese Ordnung von Gott abgesegnet ist und dass ER auch im Tempel der Familie wohnt; auch die Familie gehört zudem, was seinem Vater gehört.


Und auch all das ist Frucht der religiösen Erziehung seiner Eltern; sie haben in Jesus keinen frommen Egoisten herangezogen sondern einen religiösen Menschen, der in den menschlichen Ordnungen zunehmend Gott hören und entdecken konnte, was alles seinem Vater gehörte. Das ist gemeint, wenn das Evangelium schließt mit den Worten: „Jesus wuchs heran, und seine Weisheit nahm zu, und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen! Amen!

Stephanus - voll Gnade und Kraft!



Lesung aus der Apostelgeschichte

6: 8 – 10; 7: 54 – 60


8Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.


9Doch einige von der so genannten Synagoge der Libertiner und Zyrenäer und Alexandriner und Leute aus Zilizien und der Provinz Asien erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten;


10aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach, nicht widerstehen.


54Als sie das hörten, waren sie aufs äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen.


55Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen


56und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.


57Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los,


58trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Die Zeugen legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.


59So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!


60Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er.





Der zweite Weihnachtsfeiertag ist das Fest des ersten Märtyrers um Christi willen. Das Fest der Freude über die Geburt Christ – und dann gleich darauf Betroffenheit beim festlichen Gedenken an den Tod des ersten Blutzeugen unserer Kirche.

Das scheint nicht recht zusammenzupassen und drängt, nach dem Verbindenden zu suchen.


Beide Ereignisse haben mit dem Herzen zu tun, näher hin mit dem Ausschütten des Herzens:

In der Menschwerdung Christi hat Gott sein Herz ausgeschüttet – so sehr, dass diese herzliche Liebe Mensch geworden ist im Jesuskind in der Krippe.


Auch Stephanus hat sein Herz ausgeschüttet in einer langen Rede über die Beziehung Gottes zu seinem erwählten Volk Israel und wie dieses Volk die Liebe Gottes zurückweist, die sich zuletzt in Jesus Christus und seiner Auferstehung von den Toten zurückweist.


Gott hat seine Liebe zu uns Menschen ausgeschüttet und ist als Mensch in unsere Welt eingegangen.


Stephanus hat seine Liebe zu Gott und den Menschen ausgeschüttet und ist als Blutzeuge in den Himmel eingegangen.


Dabei hat Stephanus Jesus nachgeahmt, der zuvor sein Leben hingab – auch deshalb, weil er sich ganz in die Herzensausschüttung seines Vaters einfügte und in Leben, Tod und Auferstehung vollendete, was sein Vater in der Menschwerdung begonnen hat.


Und vergessen wir dabei das eine grundlegende nicht: Wie Menschwerdung und Erlösung in der Kraft des Heiligen Geistes geschehen sind, war auch Stephanus voll des Heiligen Geistes, als er an den Tischen diente, seine Rede gehalten hat und als er dann gesteinigt wurde. Diese Geistverbundenheit kommt besonders zum Ausdruck, wenn Stephanus seinen Mördern vergibt, wie auch Jesus dies getan hat.


Für uns bedeutet dies, dass zu Weihnachten ein Weg beginnt, dessen Markenzeichen das Zeugnis für Jesus ist: Dieses Zeugnis legen wir ab in der herzlichen und tätigen Freude über sein Kommen zu uns, in der Verehrung und Anbetung des Kindes in der Krippe, im Weitergeben der weihnachtlichen Freude durch die Liebe, die wir anderen erweisen;


wir legen dieses Zeugnis aber auch ab im verbalen und aktiven Widerspruch gegen alles, was der Ehre Gottes, der Würde des Menschen – kurz und gut: was der Liebe widerspricht.


Dazu ermutige uns das liebevolle Kommen Jesu zu uns und das unerschrockene Beispiel seines ersten Märtyrers Stephanus. Amen!

Dienstag, Dezember 22, 2009

Dieses Kind - der Messias, der Herr!


Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 2:1 – 14


1In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen.


2Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien.


3Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.


4So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids.


5Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.


6Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft,


7und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.


8In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.


9Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr,


10der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll:


11Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.


12Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.


13Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach:


14Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.




In der Nacht:

Nach einem anstrengenden Tag und einer emotionalen Weihnachtsfeier im Familien- oder Freundeskreis nun zu später Stunde die Christmette. Ein bisschen viel – findet ihr nicht auch?


Im Wissen um meine begrenzten Kräfte mache ich nach der Bescherung immer ein nächtliches Nickerchen im Wissen darum, dass ja auch die Hirten bei ihren Herden nicht alle immer wach gewesen sein werden und in der Hoffnung, dass auch mich ein Weihnachtsengel rechtzeitig wecken wird.


Diese Hoffnung hat mich noch nie betrogen: In meiner Kindheit – damals war die Christmette noch eine Mitternachtsmette – kam dieser Engel in Gestalt meiner Mutter – Gott hab sie selig! Später dann ertönte die Engelstimme, die mich weckte, demütig im Piepsen meines Weckers – wenn nicht vorher schon das hl. Raunen dieser Nacht mich munter gemacht und auf den Weg zur Mette geschickt hat.


Jedenfalls dämmert bereits in diesem unscheinbaren Randgeschehen das lichtvolle Ereignis dieser Nacht: Das Große demütig im Kleinen! Der Engel in Gestalt meiner Mutter die Engelstimme im Piepston meines Weckers – sie sind Wegweiser auf den großen Gott im kleinen Kind; auf den kraftvollen Herrscher im zerbrechlichen Baby. Das erschließt ...


Am Tag:

"Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten" - so sagt uns die zweite Lesung der Christmette.

Das Bemühen, alle Menschen zu retten, kommt deutlich in der Abfolge der liturgischen Texte zum Ausdruck: Haben wir in der Nacht von der Menschwerdung Gottes in der Erzählung von der Geburt Jesu in Bethlehem gehört so berichtet Johannes im Evangelium eben auf ganz andere Weise von diesem Ereignis: Er spricht vom Logoswort bei Gott und von Gott, das Fleisch geworden ist.

Wenn in der Nacht von dem Kind gesagt wird: es ist der Messias, der Herr, dann ist das ein Zugang, der dem jüdischen Volk möglich ist.

Wenn Johannes nun aber vom Logoswort spricht und dass es bei Gott ist und von Gott kommt - ja, selber Gott ist, dann eröffner er damit dem griechisch denkenden Kulturraum einen Zugang zur Menschwerdung Gottes.


Die Botschaft der Mette und die des Tages führen beide zum gleichen Geschehen und weisen hin, wie das Große demütig im Kleinen erscheint: der große Gott im kleinen Kind; der kraftvolle Herrscher im zerbrechlichen Baby.


Das erschließt eine neue Dimension im Kleinen, Unscheinbaren, Alltäglichen; das ermutigt, im Kleinen das Große und letztlich den Großen – Gott zu sehen. Es lädt ein, aufmerksamer dem Kleinen zu begegnen und die Größe, die im Kleinen verborgen ist, zu suchen, zu erahnen, zu sehen, zu verehren und zu lieben.


Wie Gott auf die Niedrigkeit seiner Magd Maria geschaut hat, so ist er herabgestiegen in die Niedrigkeit eines Kindes. Und so wie Gott in diesem kleinen Kind da ist wird dieses Kind einmal für die Kleinen da sein – ja mehr noch: es wird für immer in den Kleinen und Armen unter uns sein.


Wenn wir uns also vor diesem Kind in der Krippe verneigen und es als Sohn Gottes und als unseren Erlöser verehren, dann muss dieses Verneigen zugleich ein Hineinbeugen sein in die Welt des Kleinen – ansonsten wird die Verehrung des göttlichen Kindes eine Farce, ein Theater, eine Show.


Dieses Hineinbeugen in die Welt des Kleinen ist dem Hubble Teleskop vergleichbar, das die winzig funkelnden und dem menschlichen Auge kaum erkennbaren Sterne am Himmel in ihrer schier unermesslichen Größe und Schönheit zeigt.


Dieses Hineinbeugen lässt uns die große Liebe erkennen mit der uns kleine Geschenke gemacht werden.


Es lässt uns jenes Licht im Dunkel sehen, das den nächsten Schritt ermöglicht.


Es lässt uns sogar die holprige Tagespolitik eine Erinnerung an Gottes Handeln sein.


Wenn wir etwa jüngst durch die Fusion eines Teiles des BZÖ mit der FPÖ ziemlicher innenpolitischer Wirbel entstanden ist, dann erinnert mich das daran, dass wir zu Weihnachten ja auch eine Fusion erleben: Ein Teil der göttlichen Dreifaltigkeit – nämlich der Sohn – fusioniert mit der Menschheit und wird Mensch wie wir.


Dabei ist der andere Teil der Dreifaltigkeit darüber gar nicht erbost sondern mit diese Fusion völlig einverstanden; diese Verbindung war alles andere als ein kalter Putsch: sie wurde durch eine ausführliche, geistgewirkte Informationspolitik des Vaters das ganze Alte Testament hindurch vorbereitet. Der Sohn wurde zudem von Maria seiner Mutter wärmstes aufgenommen und hat bei ihr und ihrem Mann Josef ein exzellentes Zuhause bekommen; zugleich ist er aber auch bei seinem Vater im Himmel der Heimat keineswegs verlustig geworden; vielmehr blieb der Vater immer bei ihm und hat ihn nie verlassen; so wie auch der Sohn immer bei seinem Vater war: in seinem Herzen, in seinen Gebeten, Gedanken und Taten.


Jesus ist durch die Fusion der Menschwerdung ein Bürger zweier Welten geworden – der himmlischen und der irdischen; der göttlichen und der menschlichen; der geretteten und der verlorenen – um so uns und unsere Welt als Erlöste heimzuholen zum Vater.


Die Demut und die Liebe dieser Hl. Nacht lässt nichts außer acht und hat jene Phantasie, selbst aus dem Banalsten geistlichen Gewinn zu erzielen – um die Banalität unseres Alltags ertragen und wandeln zu können in eine je neue und bessere Welt – in eine Welt, wo Frieden ist bei den Menschen seiner Gnade! Amen!

Samstag, Dezember 19, 2009

Maria besucht Elisabet


Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 1:39 – 45


39Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.


40Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.


41Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt


42und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.


43Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?


44In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.


45Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.




Ist das nicht allerhand! Eben erst hatte Maria eine Gottesbegegnung, in der ihr von einem Engel namens Gabriel gesagt wurde, sie sei schwanger durch den hl. Geist und das Kind, das in ihr heranwachse, sei Gottes Sohn und sie solle es Jesus nennen. Eine Botschaft, die ihr Leben von einem Augenblick auf den anderen auf den Kopf stellt und völlig verändert.


Was macht das mit Maria? Wie reagiert sie darauf? Das heutige Evangelium erzählt davon. Nachdem Maria dem Engel geantwortet hatte: „Siehe, ich bin des Herren Magd; mir geschehe wie du gesagt hast,“ fährt das Evangelium fort: „In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.“


Von ihrer Verwandten Elisabet hatte ihr der Engel erzählt: sie sei trotz ihrer Unfruchtbarkeit und ihres fortgeschrittenen Alters schwanger geworden und schon im sechsten Monat.

Zu der eilt Maria nun hin, um ihr in den Mühen der Schwangerschaft beizustehen; es sind ja nur mehr drei Monate bis zur Geburt. Frauen, die eine Schwangerschaft selber schon erlebt haben, wissen, was es bedeutet, in diesen Tagen eine Hilfe zu haben.


Was mich bei all dem berührt: dass Maria durch ihre Gottesbegegnung nicht völlig aus dem Häuschen geraten ist; dass sie nicht abgehoben hat und sich weiß Gott wie vorgekommen ist; dass sie auch nicht übervorsichtig geworden ist im Gedanken: ich trage jetzt eine so überaus kostbare Frucht in mir – also muss ich sehr aufpassen, dass nichts passiert; am besten ich bleibe möglichst zu Hause und gehe keinerlei Risiko ein für mein Wohl und vor allem für das meines Kindes.

Es ist rein gar nichts zu bemerken von solchen ängstlichen Überspanntheiten.


Das Gegenteil ist der Fall: Sie begibt sich sogleich in eine unwirtliche, gefährliche Gegend – genau das müssen wir uns nämlich unter dem Bergland von Judäa damals vorstellen. Das war kein Spaziergang auf eine Alm oder zur nächsten Jausenstation. Und sie ging nicht sondern eilte – geradeso als hätte sie bereits wieder vergesse, was eben an ihr und in ihr geschehen ist! Maria richtet sich ganz darauf aus, Elisabet in ihrer mühsamen Zeit zu helfen. Das beflügelt ihre Schritte.


Und genau das erscheint mir als Hinweis auf eine echten Gottesbegegnung: dieses Offenbleiben für den Anderen und seine Hilfsbedürftigkeit; ja, wem Gott begegnet, dem verschärft er das Gespür für den Nächsten; darum eilt Maria zu ihrer Verwandten. Maria kümmert sich um Elisabet weil Gott sich um Maria gekümmert hat. Weil Maria erfahren hat, dass Gott auf sie schaut und wie ER auf sie schaut, wird auch sie gedrängt auf Elisabet zu schauen und für sie zu sorgen.


Das Evangelium will uns heute sagen: Blick auf die Sorge um deinen Nächsten und lies daran ab, wie sehr oder wie wenig oder wie gar nicht dir Gott begegnet ist. Die Tiefe deiner Gottesbegegnung ist ablesbar an der Liebe zu deinen Nächsten. In der Liebe zu deinem Nächsten spricht sich die Liebe aus, die Gott dir erweist.


Das hat Elisabet auch gespürt; deshalb hat sie Maria sogleich erkannt und gepriesen als die „Gesegnete mehr als alle anderen Frauen“ weil sie die „gesegnete Frucht“ in ihrem Leib trägt; sie hat Maria erkannt als „die Mutter ihres Herrn“; sie hat selig gepriesen den Glauben Mariens, „dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“


Der Advent erscheint als jene Zeit, in der Gott uns segnen will mit seiner Gegenwart und uns dadurch zu einem Segen macht für unsere Mitmenschen.

Er erscheint als jene Zeit, in der sich Gottesliebe und Nächstenliebe als unzertrennliche Zwillinge erweisen, die entweder miteinander wachsen oder gar nicht wachsen. Bleiben wir also empfänglich und stellen wir uns auf Zwillinge ein! Amen!

Samstag, Dezember 12, 2009

Freude im Herrn!


Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper 4: 4 – 7


4Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!


5Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe.


6Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!


7Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.




„Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Denn der Herr ist nahe.“ (Phil 4:4.5)

Was ist das für eine Freude, die jederzeit möglich ist? Ist Freude nicht eine Stimmung, die kommt und wieder geht? Eine launische Regung unseres Gemütes, die auftaucht, uns glücklich macht und dann wieder verschwindet?


Die Freude, die Paulus meint, ist eine Freude im Herrn! Diese Freude kommt nicht aus uns selber. Sie kommt vom Herrn. Sie ist ein Geschenk des Herrn – das er uns jederzeit gibt, da er uns ja jederzeit nahe ist!

Aber warum sind wir dann nicht immer in dieser Freude? Weil wir ihm nicht jederzeit nahe sind!


Diese Freude ist ein Geschenk, eine Gabe, die er uns reicht, sobald wir uns IHM nahen. Dann wird uns diese Freude unweigerlich ergreifen. Diese Freude ist wie die Luft, die den Herrn umgibt. Sowie wir in diesen Luftraum eindringen, indem wir uns ihm nähern, wird uns auch diese Freude unweigerlich ergreifen. Aber warum bin ich dann nicht häufiger in der Freude, da ich doch soviel bete und regelmäßig zur Messe gehe? Dann müssten doch auch die Christen viel froher sein?


Das kommt daher dass ich mit offenem Mund aber mit verschlossenem Herzen bete; und daher, dass ich zwar leiblich bei der Messe bin aber mit meinem Herzen ganz wo anders. Eigentlich täusche ich eine Gottesbegegnung zumeist nur vor und vollziehe sie nicht wirklich; deshalb hat die Freude des Herrn auch keinen Zugang zu mir, dass sie mich ergreifen und erfüllen könnte. Bei äußerer Nähe bleibe ich dem Herrn innerlich doch fern.


Freut euch im Herrn zu jederzeit meint eine herzliche und nicht eine gefühlsmäßige Freude. Sie findet nur Zugang zu mir, wenn ich dem Herrn von Herzen begegne – und dazu kann ich mich entschließen: Ich will ganz beim Herrn sein – mit Leib und Seele; mit meinen Gedanken und Gefühlen, mit allen und mit allem, was mein Leben ausmacht. So beim Herrn zu sein lässt die Dämme brechen, die bisher aufgehalten haben und die Freude des Herrn kann unser Herz und unser ganzes Leben überschwemmen und das trockene, fruchtlose Land zum Blühen und sprießen bringen.


Wie die Freude, die vom Herrn kommt, tiefer liegt als meine Gefühle so ist auch mein Entschluss, dem Herrn von Herzen zu begegnen, nicht das Ergebnis einer momentanen Laune sondern die Konsequenz meiner Entschlossenheit, ganz zum Herrn zu gehen und ganz bei ihm zu sein und zu bleiben.


Daran ändert sich auch nichts, wenn ich aus Schwachheit diesem Entschluss gelegentlich entgegen handle: dann werde ich mich erst recht diesem Herrn nahen, ihm meine Schuld bekennen und durch seine gnadenvolle Vergebung wieder ganz in seine Nähe zurückkehren. Alles – das Ungute eingeschlossen – gereicht mir in der Hinwendung zum Herrn zum Guten. Er macht wirklich alles gut!


Paulus schreibt die Einladung zur Freude im Herrn aus seiner Grundoption für den Herrn! Für ihn steht außer Frage: Ob er lebt oder stirbt – er gehört dem Herrn!


Diese Grundoption fügt sich in jeden christlichen Lebensstand. Freilich sind die Umstände verschieden und jeder muss zusehen wie diese Grundoption in seinem besonderen Lebenszusammenhang möglich ist. Die Entschiedenheit für diese Option wird aber jene Phantasie freigeben, welche die Hindernisse für die Nähe zum Herrn im Leben wahrnimmt und überwindet.


Worte der seligen Teresa von Kalkutta mögen diese Predigt zugleich beschließen, zusammenfassen und in unseren Alltag hinaus weiterführen: „Die Freude kommt aus der Erwartung, aus der Gegenwart, aus der liebenden Nähe. Hat der Christ von alledem mehr als andere Menschen? Die Frage ist, ob er Christus hat; ob er auf dem Weg ist Christus zu werden: „zu lieben, wie er liebt; zu helfen, wie er hilft; zu geben, wie er gibt; zu dienen, wie er dient, zu retten, wie er rettet. Vierundzwanzig Stunden mit ihm zu sein und ihn in seiner elendsten Verkleidung zu berühren.“ Amen!

Dienstag, Dezember 08, 2009

Maria - voll der Gnade


Aus dem heiligen Evangelium nach
Lukas 1: 26 – 38

26In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret


27zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.


28Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.


29Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.


30Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.


31Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.


32Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.


33Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.


34Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?


35Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.


36Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.


37Denn für Gott ist nichts unmöglich.


38Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.








Während sich in Kopenhagen die Welt zum Klimagipfel versammelt kommt die Kirche am heutigen Festtag zusammen, um das Klima zu feiern zwischen Gott und Maria, der Mutter Jesu.


Während sich in Kopenhagen die Welt den Kopf zerbricht über die Klimaverschmutzung zerspringt der Kirche schier das Herz vor Freude über das durch und durch saubere Klima zwischen Gott und Maria!


Was in Kopenhagen versucht wird zu sanieren, wurzelt in dem, was in Maria keine Wurzeln schlagen konnte: In der Sünde! Die Klimaverschmutzung unserer Atmosphäre ist äußerer Hinweis auf eine innere Klimaverschmutzung zwischen Gott und Mensch. Wird dieses besser wird sich auch jenes zum Guten ändern.


Ich meine, wir sollten die Unbefleckte Empfängnis bitten, Patronin des Weltklimagipfels in Kopenhagen zu sein.


Wie ist das Klima zwischen Gott und Maria? Ungetrübt! Darum kann der Hl. Geist über sie kommen und sie erfüllen – wie die Sonne, die wohltuend Wärme schenkt. Es kann die Kraft des Höchsten auf sie herabströmen – wie der Regen, der die Wüste zum Blühen bringt!


Der CO2 Gehalt der Ichsüchtigkeit ist seit jeher und für ewig gebunden durch reine Liebe zueinander. Diese reine Liebe erweist ihre Fruchtbarkeit in der Geburt des Sohnes Gottes und in der Sorge um die Menschen – angefangen bei ihrem Bräutigam Josef über ihre Verwandte Elisabeth bis hin zu den Gliedern der Kirche damals, heute und immer. Sie bringt diese Liebe auf ihre Weise auf einen Nenner: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du gesagt hast.


Wer von den Leuten in Kopenhagen wird wohl Magd oder Knecht sein wollen von Gott – geschweige denn von Menschen???


Aber das ist es eben: Die Welt gesundet an der Dienstbereitschaft und an nichts anderem! Darum ist Gott ja selber zu uns gekommen in seinem Sohn. Und was hat er getan? Nur auf sich geschaut und auf seinen eigenen Vorteil? Er hat vielmehr auf uns Menschen geschaut und zwar so sehr, dass er auf sich selber vergessen hat und am Kreuz gestorben ist.


Er konnte so selbstvergessen leben, weil er unerschütterlich vertraute, dass Gott gewiss auf ihn schauen werde – und das hat diese denn auch getan! Und wie! Er hat ihn vom Tod erweckt und ihm unvergängliches Leben geschenkt!


Es war auch Dienstbereitschaft Gottes, dass er Maria ganz von Anfang an nie aus seinem heiligen und gesunden Klima herausfallen hat lassen:

Es war ein Dienst an seinem Sohn, damit der von Anfang seines Erdenlebens an das gesunde Klima eines heiligen Lebensraumes habe.


Es war Dienst an Maria und an uns Menschen, denn er zeigt uns wie nahe er uns bei sich haben möchte und wie nahe wir bei ihm sein können.


Unzählige Male hat Maria seit her diese Nähe zu Gott uns Menschen vermittelt durch ihr Beispiel, ihre Fürspräche und ihren Beistand.


So bin ich gewiss, dass sie gerade auch in dieser bedrängten Zeit Gottes Nähe uns vermitteln möchte. Sie will uns gleichsam in das Klima der Heiligkeit, der inneren Freiheit, der Verfügbarkeit füreinander und er Hingabe aneinander hineinziehen und uns so den Weg in eine heilvollere Zukunft weisen, wo die Bedrohung abnimmt und die Bereitschaft wächst, in den Folgeschäden zu helfen, die durch das bereits geschädigte Klima auf uns alle zukommen werden.


„Unbefleckte Empfängnis“ – das klingt wie saubere Luft oder wie sternenklarer Himmel, wie reines Wasser oder auch nur wie „weniger Abgase!“


Es klingt wie „Erde für alle“ und wie ein Neuanfang.

Es riecht nach einer neuen Erde, auf der die Menschen lernen nach dem Gesetz Gottes zu leben, das er ihnen ins herz geschrieben hat.


Auf dem Tagesblatt meines Kalenders steht es heute so: „Maria ist voll der Gnade. Sie ist nicht bloß eine Vase, die das göttliche Leben enthält – sie ist in den Ozean eingetaucht, der aus ihr hervor fließt.“ Amen!