Samstag, März 19, 2011

Auf IHN sollt ihr hören!





Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus 17: 1 – 9


In jener Zeit
1nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg.
2Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht.
3Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus.
4Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.
5Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.
6Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden.
7Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst!
8Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.
9Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.







So beeindruckend die Wandlung ist, die sich an Jesus vollzieht – sein Gesicht leuchtend wie die Sonne, sein Gewand blendend weiß wie das Licht – sie ist doch nur Vorspiel auf die Stimme, die aus der leuchtenden Wolke die Jünger anruft: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören!

„Auf ihn sollt ihr hören!“ Auf das Hören kommt es an, das Hören auf das Wort Gottes. Genau das wird schon in der ersten Lesung betont, wenn wir von Gott hören, wie er Abraham wegruft von seinem Land und seinem Vaterhaus in ein Land, das er ihm zeigen wird. (Gen 12:1-4a)

Das Hören auf Gottes Wort klingt auch in den beiden Gestalten mit, die zu Jesus hintreten, auf Moses und Elias. Diese beiden Männer gelten im Volk Israel als beispielhaft für das Hören auf das Wort Gottes. Und wenn wir nun Jesus in der Gemeinschaft mit diesen beiden Großen des Volkes Israel sehen, will uns das sagen, dass auch Jesus ein großer Hörender auf das Wort Gottes war; so sehr, dass er einmal von sich sagte, es sei seine Speise, den Willen dessen zu tun, der ihn gesandt hat und sein Werk zu Ende zu führen. (vgl. Joh 4:34)

Sein Hören hat allerdings eine andere Dimension als jenes von Moses und Elias: Es ist nicht das Hören eines Knechtes oder eines Dieners auf seinen Herrn sondern das Hören eines Sohnes auf seinen Vater. Das will die Stimme aus der Wolke auch sagen, wenn sie spricht: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“ Die Jünger sollen also auf Jesus hören, wie sie auf Moses und Elias gehört haben; vor allem aber sollen sie auf Jesus hören, weil er der geliebte Sohn Gottes ist.

Wenn Petrus für die drei ein Zelt bauen will, so erinnert das an das Bundeszelt, in das Mose eingetreten ist, um mit Gott zu sprechen und es dann mit leuchtendem Gesicht wieder zu verlassen. Aber jetzt ist nicht mehr die Zeit, Zelte zu bauen sondern zu hören auf das, was Jesus sagt und so den Willen Gottes zu erfüllen. Und tatsächlich hat die Urkirche auch kein Zelt und keinen Tempel gebaut, um dort Gott zu begegnen. Sie haben vielmehr in den Häusern der Gläubigen Gottesdienst gefeiert, indem sie dort die Worte Jesu hörten und seinen Tod und seine Auferstehung feierten. So haben die ersten Christen den Traum Gottes erfüllt, inmitten seines Volkes wohnen und ihm ganz nahe sein zu können. Auf diesem Hintergrund ist bei uns heute Hauskirche zu verstehen und zu leben. (vgl. Grilli, Langner 261)

Ich erinnere hier noch einmal an Abraham in der ersten Lesung: Das Wort Gottes hat ihn nicht angeregt, Zelte zu bauen – wie Petrus es tun wollte! Sie hat ihn angeregt, Zelte abzubrechen und sich auf den Weg zu machen, um so Wort und Willen Gottes zu erfüllen!

Heute wird in Anspielung auf die Verklärung Jesu gerne ein Lied gesungen mit dem Titel: „Schönster Herr Jesus“ (Im Gotteslob haben wir es in zwei Fassungen) Darin wird besungen, dass Jesu Schönheit alle und alles überragt und dass dieser schönste Jesus gegenwärtig ist im Wort des Evangeliums und in der Eucharistie.

Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass dies Schönheit von seinem Hören kommt und von seinem Gehorsam dem Wort Gottes gegenüber. Wohl dürfen wir über Jesu Schönheit staunen und uns daran erfreuen; jedoch wird diese Freude erst vollkommen werden wenn wir das tun, woher diese Schönheit kommt: wenn wir selber Hörende werde auf das Wort Jesu und so lernen, dem Willen Gottes zu gehorchen. Wenn wir von Staunenden zu Gehorchenden werden, wird unsere Freude über die Schönheit Jesu vollkommen sein. Und unser Leben wird diese Schönheit widerstrahlen.

So ist diese Zeit der Buße besonders geeignet, uns zu fragen: Welche Zelte möchte der Herr, dass wir abbrechen? Welcher Art ist das Vaterhaus, das wir verlassen sollten, weil uns der Herr eine neue Heimat, ein neues Zuhause schenken möchte?

Wir können aber auch anders fragen: Wo kann unser christliches Leben schöner werden? Wo kann sich unser christlichen Leben verklären, weil wir aufmerksamer auf Gottes heiligen Ruf hören und entschlossener und bereitwilliger seinen Willen erfüllen wollen? Wo lassen wir das Licht des unvergänglichen Lebens in uns durchbrechen? (vgl. 2 Tim 1:8b-10)

Mittwoch, März 16, 2011

Josef, Sohn Davids! Fürchte dich nicht!





Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus 1: 16.18-21.24a


16Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.
18Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.
19Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
20Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
21Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
24aAls Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.







Das Hochfest des hl. Josef führt uns zurück in die Anfänge Jesu hier auf Erden. Das Evangelium berichtet von diesen Anfängen und von der Aufgabe, die Josef dabei zu erfüllen hatte.

Eine dieser Aufgaben spricht der Engel an, als er im Traum zu ihm kommt und ihn „Sohn Davids“ nennt. Diesen Titel „Sohn Davids“ wird im Evangelium fortan Jesus tragen. Josef gibt diesen Titel gleichsam an Jesus weiter, da Jesus durch Josef in die Geschlechterfolge des König David eingebunden wird; dies geschieht dadurch, dass Josef der Mann Marias, der Mutter Jesu, ist.

Damit sind wir bei einer zweiten Aufgabe des Josef angelangt, die uns schon im Titel des heutigen Festes begegnet. Dieser Titel lautet zur Gänze: Hl. Josef, Bräutigam der Gottesmutter Maria! Es ist also die zweite Aufgabe des Josef, Bräutigam und Mann Marias zu sein. Diese Aufgabe übernimmt Josef aus Liebe; weil er Maria von Herzen gerne hat. Die Größe und Schönheit dieser Liebe des Josef zu Maria können wir daran ermessen, dass Gott in diese Liebe die Menschwerdung seines Sohnes aus der Kraft des Hl. Geistes hineinsenkt. Wie kostbar muss diese Liebe in den Augen Gottes gewesen sein, dass er ihr so Großes anvertraut. Wie fruchtbares Erdreich ist diese Liebe des Josef zu Maria, in der das Geheimnis der Menschwerdung Gottes in Jesus sich herrlich entfalten kann.

Wir kommen zur dritten Aufgabe des hl. Josef. Sie eröffnet sich dadurch, dass eine Verkündigung des Herrn auch an Josef erfolgt. Im Traum lässt ein Engel den hl. Josef das Geheimnis um die Herkunft Jesu wissen, wie er es zuvor Maria eröffnet hat. Josef wird also zum Mitwisser dieses Geheimnisses. Dieses Mitwissen muss für den hl. Josef ein großartiges Geschenk gewesen sein; wie eine Auferstehung; denn es füllt das Segel seiner Liebe mit neuem, nicht mehr erlahmendem Wind und macht ihn zu einem Mittäter an der Menschwerdung Gottes, dessen Liebe und Hingabe gewiss mit jener der Mutter Jesu um die Wette geeifert hat. Diese Liebe des hl. Josef kommt in folgendem Gebet sehr schön zum Ausdruck, das ich in der Vorbereitung auf die hl. Messe bete: O glücklicher Mann, seliger Josef, dem es geschenkt war, Gott, den viele Könige sehen wollten und nicht gesehen haben; hören wollten und nicht gehört haben, nicht nur zu sehen und zu hören sondern zu tragen, zu liebkosen, zu kleiden und zu behüten.

So ist Josef nun hinreichend ausgerüstet für die vierte, seine eigentliche Aufgabe: der Nährvater Jesu zu sein! Er soll an Vaters statt Jesus von Anfang an begleiten; und zwar ganz von Anfang an, wie Jesus im Leib seiner Mutter heranwächst. So achtet Gott darauf, dass sein Sohn ganz von Anfang an die beste Umgebung hat: Die herzliche Liebe von Vater und Mutter zueinander und zu ihm, dem werdenden Menschenkind!

Eine der ersten Pflichten, die dem Vater zustehen, wird im Evangelium bereits angedeutet: Er soll dem Kind einen Namen geben – und zwar einen bestimmten Namen; einen Namen, der zugleich Programm für das Wirken dieses Kindes ist: Jesus. Dieser Name kommt her vom hebräischen Wort für „retten“. Er bezeichnet die Aufgabe, die Jesus an seinem Volk Israel erfüllen soll: „Er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“ (Mt 1:21b)

Wie dieses Erlöstsein von Sünden ausschauen mag – davon gibt uns die Gerechtigkeit des hl. Josef eine Vorstellung. Die Haltung der Gerechtigkeit ist für das rabbinische Judentum und für das Evangelium des Matthäus wesentlich: Sie erweist sich nicht nur in der strengen Beobachtung des Gesetzes; in diesem Falle hätte er Maria wegen Ehebruches der vom Gesetz vorgeschriebenen „gerechten“ Strafe zuführen können.
Sie erweist sich vielmehr in der Barmherzigkeit, die über die Gerechtigkeit triumphiert. Und diese Barmherzigkeit entzündet sich an jener Liebe, die zuerst das Wohl des Anderen anstrebt und darin dann auch den eigenen Frieden findet.

Diese barmherzige Gerechtigkeit des hl. Josef erweist sich dann auch darin, dass er strotz seines Entschlusses, Maria in Stille zu entlassen, offen bleibt für die „traumhafte“ Intervention Gottes durch einen Engel. Josef hat seinen Entschluss offensichtlich so gefasst, dass er dabei Gott jenen Spielraum lassen konnte, den ER für sein Wirken haben wollte. Diese Offenheit für Gott hat dann jene Offenheit zur Folge, mit der er Maria unverzüglich zur Frau und ihr werdendes Kind als seinen Ziehsohn annimmt.

Hl. Josef, deiner Sorge wurden Jesus und seine jungfräuliche Mutter Maria anvertraut. Erbitte uns jene Freiheit, in der wir Jesus und Maria hingebungsvoll dienen können! Amen!

Dienstag, März 08, 2011

In der Versuchung





Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 4: 1 – 11


In jener Zeit
1wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden.
2Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger.
3Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird.
4Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.
5Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel
6und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.
7Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.
8Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht
9und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.
10Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.
11Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm.




Freundschaft ist, wenn man in die gleiche Richtung schaut! Diese Erfahrung dürfen wir heute, am 1. Fastensonntag mit Jesus machen. Mit uns steht er am Beginn einer 40tägigen Fastenzeit. Und er tut das für uns, zum Zeichen seiner Freundschaft. In den Mühen der kommenden Tage dürfen wir gewiss sein: Jesus fastet mit uns. So will er uns Mut machen und uns stärken auf unserem Weg durch die kommenden 40 Tage der Buße und der Umkehr.

Jesus schaut mit uns in die gleiche Richtung, weil er zuvor in Liebe auf uns schaut. Er geht mit uns den gleichen Weg, damit wir uns seiner Gemeinschaft erfreuen – gerade in den kommenden Tagen. Wie er auf uns schaut sollen auch wir auf ihn schauen und dieser Blick auf ihn eröffnet uns den Herrn
als eine Quelle der Kraft, wenn wir schwach werden,
als eine Quelle der Stärke wenn wir in Versuchung geraten,
als eine Quelle des Lichtes, wenn es gar zu dunkel wird.
Möge es uns in diesen Tagen geschenkt sein, den Herrn nie aus den Augen zu verlieren, damit er uns auch nie aus dem Sinn kommt und wir ihn unserem Herzen immer nahe erleben dürfen.

Dieses immerwährende Blicken auf den Herrn erinnert mich an unseren Hund. Mein Vater legt ein Stück Hundefutter auf den Boden und sagte: „Nein!“ Der Hund wusste, dass er das Stück nicht fressen durfte. Er schaute aber nie auf das Futter, als fürchtete er, die Versuchung zum Ungehorsam könnte zu groß für ihn werden; er schaute vielmehr unentwegt meinen Vater an. Die Lehre daraus: Immer auf Jesus schauen!

Und Jesus verhält sich in den Versuchungen des heutigen Evangeliums genauso: Er schaut unentwegt auf seinen Vater. Wie er das macht? Indem er gegen jede der drei Versuchungen das Wort Gottes zitiert und dadurch gleichsam die Macht seines himmlischen Vaters gegen den Versucher ins Feld führt. Er stellt sich dem Versucher nicht allein sondern verbündet sich unverzüglich mit seinem Vater im Himmel: Der ist seine Kraft und Stärke, gegen die der Versucher nichts ausrichten kann und schließlich das Feld räumen muss.

Und wenn wir nachschauen aus welcher Schrift Jesus das Wort Gottes zitiert entdecken wir, dass es das Buch Deuteronomium, das 5. Buch Moses, ist. Dieses Buch erzählt vom Weg des Volkes Israel durch die Wüste. Wir lesen darin, dass Gott Israel in die Wüste führt, um es zu erproben, ob es seine Weisungen beachtet, und um es zu lehren, dass der Mensch nicht allein von Brot lebt, sondern gerade auch von Gottes Wort. Israel erfährt, dass Gott sogar in der Wüste gegenwärtig ist und auch dort – wie immer – für sein Volk sorgt.

Jesus macht dieselbe Erfahrung wie das Volk Israel in der Wüste. Seine Antwort entspricht den Erwartungen Gottes. Jesus gibt gleichsam Modellantworten. Zu diesen Antworten befähigt ihn der hl. Geist, der ihn in die Wüste geführt hat. Diese Antworten bestätigen Jesus als den geliebten Sohn, an dem der Vater sein Wohlgefallen hat. (vgl. Grilli, Langner 56.58)

In der 1. Lesung hörten wir von der Versuchung Adams und Evas im Paradies. Sie haben sich vom Bösen den Zweifel an Gottes Güte einreden lassen; dieser Zweifel führte zum Misstrauen Gott gegenüber und dieses Misstrauen hat schließlich die Beziehung zu Gott zerstört. Dies kam zum Ausdruck im Essen der verbotenen Frucht.

Ganz anders hat sich Jesus in der Versuchung verhalten: Auch bei ihm versuchte der Teufel, das Vertrauen auf Gott zu zerstören. Aber Jesus erneuert bei jeder Versuchung eben dieses Vertrauen auf Gott:
„Der Mensch lebt von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt;
du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen;
vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen."
Jede dieser drei Aussagen von Gott spricht davon, wie absolut Jesus IHM, seinem Vater vertraut.

In seinem Verhalten gleicht Jesus einem Habicht. Wenn der von Krähen angegriffen wird dann startet er keinen Gegenangriff auf die Krähen sondern fliegt immer höher hinauf, bis ihn die Krähen schließlich nicht mehr erreichen können.

Möge uns denn die kommende Bußzeit zwei Wege führen: Demütig in unsere eigene Armseligkeit und vertrauensvoll in die Weite Gottes, der unsere Zuflucht und unser sicherer Schutz ist durch Christus, unseren Herrn! Amen!

Samstag, März 05, 2011

Auf Fels gebaut!





Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 7: 21 – 27


In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
21Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.
22Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?
23Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!
24Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.
25Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.
26Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute.
27Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.







Mit dem heutigen Evangelium beendet Jesus seine Bergpredigt. Dabei brennt ihm besonders die dringende Aufforderung auf der Zunge, seine Worte nicht nur zu hören sondern sie auch zu tun. Er möchte vermeiden, dass es seinen Zuhörern so geht, wie es Jakobus in seinem Brief dann schreiben wird: „Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst betrügt ihr euch selbst. Wer das Wort nur hört, aber nicht danach handelt, ist wie ein Mensch, der sein eigenes Gesicht im Spiegel betrachtet: Er betrachtet sich, geht weg und schon hat er vergessen, wie er aussah. Wer sich aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit vertieft und an ihm festhält, wer es nicht nur hört, um es wieder zu vergessen, sondern danach handelt, der wird durch sein Tun selig sein.“ (Jak 1:22-25)

Und Jesus sagt den Leuten auch gleich, wie dieses Tun konkret zur Seligkeit führt: Es besteht nicht in außerordentlichen und Aufsehen erregenden Taten, die im Namen Jesu getan werden: Nicht in prophetischem Auftreten, nicht im Austreiben von Dämonen, nicht im Wunderwirken. Alle, die so hervorragend gewirkt haben, müssen mit der Ablehnung Jesu rechnen – wenn, ja, wenn sie nicht vor allem anderen den Willen des himmlischen Vaters Jesu erfüllt haben.

Wo aber finden sie den Willen des Vaters im Himmel?
Im Gesetz, in den 10 Geboten, die Gott dem Moses gegeben hat. Die Erfüllung dieser Gebote bewahrt sie davor, als Übertreter des Gesetzes verurteilt zu werden. Nicht das Ausrufen seines Namens, nicht sensationelles Wirken sondern die schlichte Erfüllung der 10 Gebote ist die Identitätskarte, die sie ausweist als solche, die zu Jesus gehören.

Es ist schon bemerkenswert wie streng Jesus die Zugehörigkeit zu ihm an die Erfüllung des alttestamentlichen Gesetzes bindet. Aber wie sollte es auch anders sein? Ihm selber war es geradezu Speise, den Willen seines Vaters im Himmel zu erfüllen; wie sollten seine Jünger da von einer anderen Speise leben können?!

Wir sind hier an einem Kernpunkt, der den Alten Bund mit dem Neuen untrennbar verknüpft. Verwurzelt im Alten Bund stiftet Jesus den neuen; und wollen wir ihn kennen, müssen wir nicht nur die Schriften des neuen Bundes sondern ebenso auch die des alten Bundes kennen. In Jesus ist unser christliches Leben in den Schriften des alten Testamentes eingewurzelt.
Diese Schriften lesen heißt unser christliches Leben lesen;
diese Schriften verstehen heißt unser Christentum verstehen.

Ein erster, wichtiger Schritt auf diesem Weg ist es, uns auf die 10 Gebote zu besinnen – sollten wir sie vergessen haben – um dann ernsthaft und entschlossen unser Leben von neuem daran auszurichten. Wenn wir das tun, dann setzen wir das Wort in die Tat um, das Jesus sogleich anschließt: „Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.“ (Mt 7:24) Wir bringen dadurch eine Festigkeit in unser Leben, die durch nichts zu erschüttern ist. Worin besteht diese Festigkeit? In der Teilhabe an Gott selber.
Denn durch seine Gebote sind wir mit ihm selber verbunden.
Durch seine Gebote ist Gott selber uns Stärke; er ist uns Licht; er ist uns Leben; er ist uns Freude und Friede im hl. Geist.

Ein Matrose wurde nach dem Untergang seines Schiffes auf einen Küstenfelsen gespült; an dem klammerte er sich fest bis der Sturm sich gelegt hatte. Später fragten ihn dann seine Freunde: „Na, Alfons, wie du da am Felsen gepickt bist, wirst du vor Angst ganz schön gezittert haben!“ „Ich schon,“ antwortet Alfons „aber der Fels nicht!“

Um diese Festigkeit geht es, will unser Leben nicht ins Chaos stürzen. Jesus sagt es mit dem heutigen Evangelium so: Die 10 Gebote Gottes sind das Heilmittel für die Krankheiten und Übel unseres Lebens und unserer Welt.

Womöglich komme ich mit diesen Gedanken in den Geruch, ein Fundi zu sein. Wenn dabei jedoch mit Fundament jener Grund gemeint ist, der Jesus selber in seiner Verbundenheit mit dem Vater für uns sein will, dann kann ich mir nichts schöneres und nichts wichtigeres vorstellen, als Fundamentalist zu sein – fundiert in Christus.

Wie hat doch gleich Paulus im 1. Brief an die Korinther geschrieben 3:23: Ihr aber gehört Christus und Christus gehört Gott! Amen!