Freitag, August 17, 2012

Geist und Leben

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes 6:60 – 69

In jener Zeit
60sagten viele der Jünger Jesu, die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?
61Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß?
62Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war?
63Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben.
64Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde.
65Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist.
66Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher.
67Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen?
68Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.
69Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.




Sowohl die Israeliten in der ersten Lesung wie auch die Jünger im Evangelium werden vor die Wahl gestellt,
dem Gott Israels oder anderen Göttern zu dienen,
Jesus nachzufolgen oder nicht mehr.

„Josua sagte zum ganzen Volk:
Wenn es euch nicht gefällt, dem Herrn zu dienen,
dann entscheidet euch heute, wem ihr dienen wollt:
den Göttern, denen eure Väter jenseits des Stromes dienten,
oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt.
Ich aber und mein Haus,
wir wollen dem Herrn dienen.“ (Jos 24:15)

„Als viele Jünger auf die Worte Jesu hin sich von ihm zurückzogen
und nicht mehr mit ihm umher wanderten,
fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen?“ (Joh 6:66f)

Jede dieser beiden Situationen hat ihre eigene Note.

Josua stellt das Volk vor die grundsätzliche Wahl zwischen dem Gott Jahwe und anderen Göttern.
Im Evangelium führt die Unerträglichkeit der Worte Jesu zur Entscheidung für oder gegen ihn, mit oder ohne ihn!

Beide Situationen finden wir auch in unserem Leben wieder.

Denn nach wie vor gibt es viele Götter, die mit dem einen Gott in Konkurrenz treten und uns immer wieder zur Entscheidung herausfordern.
Es haben sich nur die Namen dieser Götter geändert: Reichtum, Macht, Wohlstand, Fremdenverkehr, Wirtschaft, Technik, Sex, Konsum, Drogen, Alkohol, Nikotin, Auto, Arbeit, Fernsehen, Musik, Natur usw.
Dies alles und noch vieles andere kann einzeln oder zu mehreren als höchstes Ziel die Stelle Gottes in unserem Leben einnehmen und uns so zum Götzen werden. Ob dies der Fall ist merken wir zumeist daran, dass unser Interesse für Gott, unsere Freude an ihm, unsere Liebe zu ihm rapide abnimmt. Das wären an sich schon Alarmzeichen oder wie das Rotlicht bei der Ampel, das uns sagt: Halt! Stehenbleiben!, das uns zur Besinnung ruft und uns wie Josua vor die Wahl stellt: Welchem Gott folge ich in meinem Leben? Wer bestimmt meinen Lebensweg? Wem diene ich?

Nur ist es so, dass wir uns in der Tretmühle, die unser Leben oft genug ist, kaum mehr die Zeit nehmen, auf diese Herzensregungen der Freude und der Liebe zu achten und uns diesen Fragen zu stellen.
Darum ist es gut, dass uns wie in der ersten Lesung immer wieder Menschen aus unserem Leben diese Wahl bewusst machen.

Dabei ist zu wünschen, dass diese Menschen so wie Josua bereits ihre Entscheidung für Gott getroffen haben:
„Ich aber und mein Haus,
wir wollen dem Herrn dienen.“ (Jos 24:15c)
Ich liege gewiss nicht falsch, wenn ich sage, dass viel Oberflächlichkeit und Halbheit und Lauheit in unserem christlichen Leben daher kommt, dass wir von solchen Leuten zur Entscheidung für Gott aufgefordert werden, die selber in ihrem Leben diese Entscheidung für Gott gar nicht oder nur halb oder unangemessen getroffen haben. Damit meine ich vor allem jene, die von Natur aus für andere verantwortlich sind: Priester, Eltern, Lehrer, Ehepartner, Freunde.

Es muss für Josua schon eine große Freude gewesen sein, als das Volk ihm antwortete:
„Das sei uns fern,
dass wir den Herrn verlassen
und anderen Göttern dienen.
Auch wir wollen dem Herrn dienen;
denn er ist unser Gott.“ (Jos 24:16.18b)

Wie hat aber Josua und in der Folge dann das ganze Volk zu dieser Entscheidung finden können?
Sie haben auf das geschaut und an das gedacht, was Gott für sie getan hat:

„Denn der Herr, unser Gott, war es,
der uns und unsere Väter
aus dem Sklavenhaus Ägypten herausgeführt hat
und der vor unseren Augen
alle die großen Wunder getan hat.
Er hat uns beschützt
auf dem ganzen Weg, den wir gegangen sind,
und unter allen Völkern, durch deren Gebiet wir gezogen sind.“ (Jos 24:17)

Sie haben also an die Führung und an den Schutz Gottes gedacht; sie haben sich daran erinnert, was Gott alles an Gutem für sie getan hat.

Können wir diese Worte nicht auch in unseren Mund nehmen? Haben wir keine Erinnerung mehr an die Führung und an den Schutz Gottes in unserem Leben?
Aber das ist es eben: Wir können kaum mehr sagen:
Der Herr, unser Gott, war es, der uns aus relativer Armut in den heutigen Wohlstand geführt hat;
er wirkt das Wunder, dass unser Land so schön ist .
Er hat uns beschützt in Gefahren, die uns bedroht haben und hat uns vor noch Schlimmerem bewahrt.

Es ist uns das Gespür abhanden gekommen, dass Gott hinter allem steht, dass alles aus seinen Händen kommt.
An seine Stelle sind die Gesetzte der Natur, der Arbeit, des Handels und der Marktwirtschaft getreten.

Hier sind wir nun an einem Punkt angelangt, an dem sich das Evangelium mit seiner Botschaft nahtlos anfügt:
Denn ist es nicht unerträglich, wenn angesichts der eben aufgezählten Gesetzmäßigkeiten in unserem Leben einer daherkommt und sagt: Nicht diese Gesetzt sondern ich gebe euch Leben und Wohlstand. Gegen jede verstandesmäßige Offenkundigkeit behauptet da einer etwas, das den Horizont unseres Verstandes übersteigt; erhebt da jemand einen Anspruch, den wir nicht mehr mitvollziehen können. Darum können wohl auch wir wie viele der Jünger Jesu sagen:

„Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?
Und sie zogen sich von Jesus zurück
und wanderten nicht mehr mit ihm umher.“ (Joh 6:60.66)
Vielleicht sagen wir es nicht in dieser einfachen Ausdrücklichkeit; aber praktizieren wir diese Worte und dieses Verhalten der Jünger Jesu nicht, indem wir alles Religiöse fein säuberlich und scharf von unserem übrigen Leben trennen?
Auch wir ziehen uns von Jesus zurück
und wandern nicht mehr mit ihm umher,
indem wir ihn aus unserem Alltag aussperren, indem er nichts mehr zu sagen hat in unserem Beruf, auf unserem Arbeitsplatz, während unserer Freizeit, in unseren Familien, in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen, in den Fragen und Nöten und Problemen, die uns bewegen.

Wenn Jesus heute seine Jünger fragt:
„Wollt auch ihr weggehen?“ (Joh 6:67b)
dann sollten wir bedenken, dass Jesus diese Frage nicht in einer Kirche und nicht im Rahmen eines Gottesdienstes an seine zwölf Apostel richtet.
Sie waren vielmehr unterwegs und haben ihren täglichen Job gemacht: Jesus, indem er lehrte und die Jünger, indem sie ihm zuhörten.

Und wenn wir dann den Petrus antworten hören:
„Herr, zu wem sollen wir gehen?
Du hast Worte des ewigen Lebens.
Wir sind zum Glauben gekommen
und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes!“ (Joh 6:68)
wenn wir den Petrus also so sprechen hören, dann können wir nur mehr bitten:

Gott, unser Vater, hilf auch uns, dass wir zu Jesus gelangen. Schenke uns jenen Glauben, der uns Jesus als den Quell jeglichen Lebens erschließt, der uns mit Jesus leben lässt, der uns Jesus als den heiligen Gottes erkennen lässt, als deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und uns liebt in Ewigkeit! - Amen!

Donnerstag, August 16, 2012

Jesus essen und trinken


  
Aus dem hl. Evangelium nach Johannes 6: 51 – 58


In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:
51Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.
52Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?
53Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.
54Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.
55Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.
56Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.
57Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.
58Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.






In der Rede vom Brot des Lebens wird Jesus im heutigen Evangelium sehr fleischlich und sehr persönlich: „Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.“ (Joh 6:51b)

Diese Worte machen den zuhörenden Juden Schwierigkeiten: „sie stritten sich und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?“ (Joh 6:52)
Jesus unternimmt nichts, um seinen Zuhörern das Verständnis zu erleichtern. Vielmehr beharrt er auf seiner Aussage; er verschärft und vertieft sie: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Jeder, der mich isst, wird durch mich leben.“ (Joh 6:53b.55f)

Jesus essen – das erscheint den Juden unerhört und unmöglich und dennoch bezeichnet Jesus es als notwendig für das Leben und für die Beziehung zu ihm. Mit seinen Worten möchte Jesus auch unser Verständnis von diesem Brot des Lebens prüfen.
Wenn wir die Kommunion empfangen – essen wir da bewusst das Fleisch des Herrn? Bereitet uns das überhaupt keine Schwierigkeiten so wie den Juden im heutigen Evangelium? Oder weichen wir eventuellen Verständnisproblemen dadurch aus, dass wir die Hostie einfach als Symbol, ein Zeichen für Jesus betrachten? Aber gerade das möchte Jesus durch das heutige Evangelium klarstellen: Was er uns in der Kommunion zu essen gibt ist kein Symbol von sich sondern sich selber! Und was er für das Leben der Welt hingibt ist kein Symbol von sich sondern sein Fleisch – und das heißt: sich selbst!

Das ist ein ganz wichtiger Gedanke hinter den Worten Jesu: Dass er sich selber einsetzt, sich selber hergibt für das Leben der Welt. Was dies im Klartext heißt, zeigt sich durch sein Kümmern um die Armen und Kranken, durch sein Stehen auf der Seite der Geächteten und Ausgestoßenen und dann vor allem durch sein Sterben am Kreuz. So wie Jesus sich da selber ganz hingibt genauso will er auch angenommen werden – als ganzer Jesus, als Jesus mit Haut und Haar, mit Leib und Seele – eben: mit Fleisch und Blut. Jesus hat sich nicht voll und ganz engagiert damit wir uns jetzt mit einem Symbol von ihm zufrieden geben. Dem Realismus seiner Hingabe kann nur der Realismus unserer Annahme entsprechen. So wirklich und ganz, wie Jesus sich hergegeben hat so wirklich und ganz will er auch angenommen werden.
Vielleicht fällt es deshalb auch so schwer, die Rede Jesu anzunehmen, weil es schwerfällt mit dem eigenen Fleisch und Blut so großzügig und freigebig umzugehen, wie Jesus das tut. Der Gedanke der Selbsthingabe Jesu ist aber nur eine Seite seiner Rede.

Eine andere Seite ist die der Verbundenheit mit Jesus: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.“ (Joh 6:56f)

Die persönliche Verbundenheit – ja, die Intimität, die Jesus mit diesen Worten anspricht, ist nur möglich, wenn wir Jesus als Jesus bei uns aufnehmen. Jesus als Symbol ist eine fleischlose, blutleere und damit leblose  Hülse. Es ist von Jesus schon ein Zeichen, dass er uns ganz nahe sein will, indem er uns ein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken gibt.
Von uns ist es ein Zeichen, dass wir Jesus ganz nahe sein wollen, indem wir sein Fleisch essen und sein Blut trinken. Und das geschieht bei der Kommunion. Darum ist gerade die hl. Kommunion eine Gelegenheit, Jesus in einer unauslotbar tiefen Weise persönlich zu begegnen wie dies sonst nirgends der Fall ist. Deswegen ist die hl. Kommunion ein frohes Ereignis.
Ein Mitbruder von mir im geistlichen Amte hat mir einmal geklagt, er verstehe nicht, warum die meisten Leute mit einem Gesicht zur Kommunion kommen, als gingen sie zu ihrer eigenen Hinrichtung: da ist keine Regung der Freude zu spüren sondern erstarrte Masken, tiefgefrorene Minen sind es, die er bei diesem Höhepunkt göttlich-menschlicher Begegnung zu sehen bekommt. Er sehe sich vor zwei Möglichkeiten: Diese Leute entweder hochkantig aus der Kirche hinauszuwerfen wegen ihrer Fehlhaltung – oder selber – begeistert von dem hochkarätigen Ereignis in der hl. Kommunion – sein schönstes Lächeln zu zeigen. Er habe sich bisher noch immer für die zweite Möglichkeit entschließen können, beendete mein Mitbruder seinen Bericht.

Jesus zeigt uns im heutigen Evangelium eine Liebe, in der er selber uns Speise sein will. Wir sollten uns als Antwort darauf um eine Liebe bemühen, die ihn zum Fressen gern hat. Ich meine jene Liebe, die sich über die Nähe des Herrn freut, die diese Nähe des Herrn genießt; die aus dieser Nähe des Herrn lebt und so glücklich ist.

Wir wollen beten:
Gott, unser Vater. Dein Sohn gibt uns im Brot des Lebens sein Fleisch und sein Blut zur Speise. Lass uns dankbar annehmen und froh genießen, was er uns zu essen gibt. Schenk uns aus dieser Speise die Kraft auch für andere mit unserem Fleisch und Blut zur Speise zu werden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn! - Amen!

Mittwoch, August 15, 2012

Himmelfahrt Mariens


 Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 1: 39 – 56

39In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.
40Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.
41Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt
42und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
43Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
44In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
45Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.
46Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn,
47und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
48Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
49Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.
50Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
51Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
52er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
53Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.
54Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
55das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
56Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.





Habt Ihr Euch schon einmal Gedanken gemacht darüber, dass ausgerechnet heute am Hohen Frauentag die Caritas im Rahmen der Augustsammlung um Euren finanziellen Beitrag für Notleidende bittet?

Mir ist dieses Zusammenfallen neulich schmerzhaft deutlich geworden, als ich auf der Fahrt nach Hause mir Gedanken machte zum heutigen Festtag und dabei mein Blick auf das Plakat der Caritas fiel, von wo mich ein Negerkind anweinte, weil es Hunger hat oder krank ist oder Eltern und Heimat verloren hat.

Da feiern wir doch heute, dass ein Mensch, eben Maria, die Mutter Jesu, mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen wird;
zugleich aber werden uns Menschen vor Augen gestellt, die zutiefst im Elend dieser Welt sind. Der Himmel und die Hölle des Menschen – beides ist an diesem heutigen Festtag gegenwärtig. Und ganz gewiss nicht, um uns die Festtagsfreude zu vermasseln!
Vielmehr soll uns die menschliche Wirklichkeit in ihrer Gesamtheit vorgestellt werden. Wir sollen über dem Himmel nicht die Hölle und über der Hölle nicht den Himmel vergessen; damit meine ich hier mit Himmel den Bereich Gottes in, um und über uns; zugleich spreche ich damit aber auch unseren Wohlstand hier auf Erden an.

Mit dem heutigen Fest sagt uns Gott, dass er im Himmel nicht auf uns Menschen vergessen hat; der himmlische Wohlstand berauscht Gott nicht und macht ihn so blind für alles außerhalb seines Himmels. Vielmehr sagt uns Gott, dass sein Himmel für uns Menschen offen ist, dass er seinen Himmel mit uns teilen will, dass bei ihm im Himmel wir Menschen unsere Vollendung, das Ziel unseres Lebens finden. Uns solange wir Menschen dieses Ziel nicht erreicht haben, ist Gott unruhig und unzufrieden; und solange auch nur ein Mensch von den 6 Milliarden dieses Ziel nicht erreicht hat, wird Gott die Freuden seines und unseres Himmels nicht ungetrübt genießen können. Es geht Gott um die Vollendung und Erlösung jedes einzelnen Menschen hier auf Erden.

Diese seine Unruhe um die Unerlöstheit so Vieler will Gott uns heute zusammen mit der Freude über das Ziel unseres Lebens ins Herz werfen. Wie er seinen Himmel mit uns teilt so sollen auch wir unseren Himmel miteinander teilen, damit der so geteilte Himmel erst wirklich ein Himmel wird – für uns selber und für jene, mit denen wir den Himmel teilen. Damit stellt sich uns die Frage, ob das, was wir als Himmel verstehen, leben, haben – ob das wirklich auch ein Himmel ist, solange wir ihn nicht teilen mit jenen, die dieses Himmels noch nicht teilhaftig sind: Ist der Himmel, den wir für uns allein behalten nicht vielmehr eine verkappte Hölle?

Es ist gewiss ein sicheres Zeichen dafür, dass wir heute die Himmelfahrt Mariens feiern – wenn wir anderen von unserem Himmel mitteilen; und es ist gewiss ein sicheres Zeichen dafür, dass wir selber auf dem Weg zum Himmel sind – wenn andere unseren Himmel erfahren und so auf einmal auch ihr eigenes Leben als Fahrt in den Himmel erleben. Suchen wir also den Himmel, der unser ist und schauen wir zu, wie wir ihn mitteilen könnten. Es ist dabei wohl klar, dass dieser Vorgang nicht auf den heutigen Tag beschränkt bleiben kann; heute soll vielmehr ein Impuls gegeben werden, der unser ganzes Leben bewegt – heute und immer.

Um diesen Impuls leichter entfalten zu können ist die zweite Seite des heutigen Hochfestes zu bedenken: Es ist nämlich nicht nur der Himmel offen und empfänglich für uns – auch wir sind offen und empfänglich für den Himmel! Was hätte es auch für einen Sinn, den Himmel für uns zu erschließen, wenn wir seiner nicht fähig wären! Dieses Fähig-Sein für den Himmel hat viele Gestalten: Das Wahrnehmen mit den Sinnen, das Empfinden des Herzens, die Fähigkeit zu glauben, zu hoffen und zu lieben, die beständige Sehnsucht von uns Menschen nach Erfüllung und Vollendung.
Diese Fähigkeiten können wachsen oder verkümmern. Das heißt, wir können diese Fähigkeiten fördern oder vernachlässigen; es ist ein Entfalten oder ein Verkommen möglich.

An Maria können wir deutlich erkennen, wie sie einerseits durch Auserwählung für den Himmel geöffnet wird und wie sie sich andererseits dem Himmel, den Gott ihr zugedacht hat, mehr und mehr erschließt. Es ist ein Zusammenwirken von Gott und Mensch. Gott geht nun so vor, dass er den Menschen Schritt für Schritt dem Himmel zuführt; er überfordert ihn nicht; er passt sich in der Mitteilung seines Himmels dem Fassungsvermögen des Menschen an, dass er dabei das ganze Erlebnisspektrum des Menschen einbezieht zeugt dafür, dass er den ganzen Menschen in seinem Himmel haben will.

Uns will er damit nahe legen, dass wir bei der Mitteilung unseres Himmels nicht auf uns selber schauen sondern auf die Aufnahmefähigkeit unserer Mitmenschen. Konkret will Gott uns zur Frage bewegen: Welchen Himmel braucht mein Partner, mein Freund, mein Mitmensch gerade jetzt? In welcher Form kann er meinen Himmel zurzeit gerade verkraften?

Ich würde etwa als Beichtvater den Himmel nicht vermitteln, wenn ich einem, der zur Aussprache kommt, ein Almosen gäbe. Ebenso ist ein Mann mit seinem Himmel daneben, wenn er seiner Frau den Mistkübel austrägt, sie aber viel eher ein Gespräch mit ihm nötig hätte. Auch ein Kind ist keineswegs himmlisch bedient, wenn man ihm weiß Gott was schenkt anstatt sich ihm persönlich und liebevoll zu widmen.

Gott gebe uns allen als Festtagsgabe, dass wir den Himmel, den er uns zugedacht hat für uns selber und füreinander immer neu entdecken und immer neu einander schenken, damit mehr und mehr Himmel werde auf Erden. - Amen!

Mittwoch, August 08, 2012

Kraftbrot

 
Aus dem hl. Evangelium nach Johannes 6:41 – 51

In jener Zeit
41murrten die Juden gegen Jesus, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.
42Und sie sagten: Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann er jetzt sagen: Ich bin vom Himmel herabgekommen?
43Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht!
44Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.
45Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen.
46Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen.
47Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben.
48Ich bin das Brot des Lebens.
49Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.
50So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.
51Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.







Wer von uns kennt nicht das Loch, in das der Prophet Elias in der ersten Lesung gefallen ist: „Elia ging eine Tagreise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter.“ (1Kg 19:4)
Elias ist deshalb so deprimiert, weil sein ganzes Bemühen um die Bekehrung seines Volkes seinem Empfinden nach nichts genützt hat.
Auch wir geraten ja immer wieder in Stimmungen, in denen wir uns als Versager empfinden; in denen wir resignieren und die Flinte ins Korn werfen wollen; in denen uns die Lebensfreude sehr getrübt wenn nicht gar abhanden gekommen ist.
Nun ist es auch für uns sehr trostreich, dass Elias in dieser dunklen Nacht seines Lebens nicht allein gelassen wird. Wir hören vom Engel des Herrn, der in anrührt und zu ihm spricht: „Steh auf und iss, sonst ist der Weg zu weit für dich.“ (1Kg 19:7)
Durch seinen Engel offenbart sich Gott in seinem Leben als der, der seinen Propheten nicht alleine lässt, wenn die Nacht kommt und der ihm sein Leben als einen Weg zu verstehen gibt, der noch nicht zu Ende.

Vor Jahren hat Joe Cocker, ein englischsprachiger Rocksänger, ein wunderschönes Lied komponiert: When the night comes – Wenn die Nacht kommt, heißt dieses Lied.
Darin singt er als Refrain:
Ich will derjenige sein, zu dem Du kommen kannst,
Ich will derjenige sein, zu dem du rennen kannst
Ich will derjenige sein, der für dich da ist - wenn die Nacht kommt.
Die Nacht des Propheten Elias zeigt uns, dass Gott noch ein bisschen mehr ist: Er ist nicht nur da, dass wir zu ihm laufen können, wenn die Nacht kommt; denn es gibt in unserem Leben tatsächlich Nächte, da sind wir völlig am Ende; da können wir gar nichts mehr tun, nicht einmal mehr laufen. Und da zeigt sich uns Gott heute als der, der dann zu uns kommt. Darum kann dieser unser Gott von sich singen:
Ich will derjenige sein, der zu dir kommt,
Ich will derjenige sein, der zu dir rennt,
Ich will derjenige sein, der für dich da ist – wenn die Nacht kommt.

Und dann gibt der Engel des Herrn dem Propheten Brot und Wasser. Er kredenzt dem Propheten nicht weiß Gott, was auf, so dass der Tisch sich biegt; es ist das aller einfachste, was er dem Propheten zum Essen reicht: Brot und Wasser! Bei uns ist es ein Zeichen für Bestrafung oder für Rationierung; auf alle Fälle ein Zeichen der Kargheit, wenn wir jemanden bei Brot und Wasser halten.
Das Gegenteil ist bei Elias der Fall, denn „durch diese Speise gestärkt, wanderte er vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb.“ (1Kg 19:8b)
Das muss ein ausgesprochenes Kraftbrot gewesen sein, das Elias da zu essen bekommen hat, ein Supervollkornbrot oder so was ähnliches. Kein Wunder, denn es ist ja auch in der Backstube Gottes gebacken worden. Jedenfalls zeichnet sich dieses Brot nicht durch Raffinesse sondern durch Substanz aus.
In der Kraft dieser Speise geht Elias nun bis zum Gottesberg Horeb; das ist eine andere Bezeichnung für den Berg Sinai; es ist das jener Ort, an dem Gott dem Mose seinen Willen offenbart hat, indem er ihm die zehn Gebote gegeben hat. Für Elia bedeutet dies, dass Gott auch ihm sagen möchte, was er von ihm will. Elias kommt an jenen Ort, an dem Gott seinem Lebensweg ein neues, konkretes Ziel setzen wird; an dem er ihm sagen wird: Das und das sollst du in meinem Auftrag tun. So findet die depressive Nacht des Propheten ein Ende.

Was diese einfache Speise für unseren Umgang miteinander bedeuten kann und wie wir füreinander ein Engel des Herrn in den dunklen Stunden unseres Lebens sein können, das schreibt uns Paulus in der zweiten Lesung. Dort reicht uns der Apostel das einfache, aber überaus kräftige Brot herzlicher Nächstenliebe:
„Jede Art von Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung
und alles Böse verbannt aus eurer Mitte! Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat. Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder, und liebt einander, weil auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und als Opfer, das Gott gefällt.“ (Eph 4:31-5:2)
So können wir füreinander zum Brot werden, das neues Leben gibt.

Dieses Brot der Liebe ist in Jesus Christus Mensch geworden; darum sagt Jesus von sich im heutigen Evangelium:
„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.“ (Joh 6:51)

Das geheimnisvolle Brot, das der Prophet Elia zu essen bekommt, wird durch das heutige Evangelium zum Zeichen, das hinweist auf Jesus, als das Brot des Lebens. In der hl. Kommunion fließen Lesung und Evangelium zusammen: Die karge, einfache Gestalt der Hostie enthält dennoch die Fülle göttlichen Lebens, weil in ihr Jesus da ist. Das Auge sieht das Stück Brot aber der Glaube empfängt den Leib des Herrn, der ewiges Lebens schenkt. So “hat, wer glaubt, das ewige Leben“ (Joh 6:47b), indem er zur Kommunion geht.

Wir beten:
Gott, in Jesus, deinem Sohn, bist du uns nahe gekommen. er ist das Brot für das Leben der Welt. Stärke unseren Glauben an sein Wort, das uns hinführt zu dir. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. - Amen!

Sonntag, August 05, 2012

Lebensbrot

 
Aus dem hl. Evangelium nach Johannes 6: 24 – 35

In jener Zeit
24als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus.
25Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
26Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
27Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.
28Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?
29Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
30Sie entgegneten ihm: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du?
31Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.
32Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.
3Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.
34Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot!
35Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.





Das Volk Israel murrt in der ersten Lesung gegen Mose und Aaron, weil es Hunger hat. Das Murren des Mundes kommt vom Knurren des Magens. Der leibliche Hunger bringt das Volk in üble Laune, die sich im Murren Luft verschafft.
Gott hört dieses Murren und verschafft Abhilfe: Das Fleisch der Wachteln am Abend; das Manna am Morgen. Die Leute, die noch nie Manna gesehen haben fragen sich: „Was ist das? Und Mose gibt zur Antwort: Das ist das Brot, das der Herr euch zu essen gibt!“ (Ex 16:15)

In dieser Antwort gipfelt diese Lesung, denn sie offenbart Gott als den, der sich um sein Volk kümmert; zu dem sein Volk in jeder Not kommen kann; dem es klagen und weinen und gegen den es sogar murren kann.

Im Evangelium erinnern die Leute Jesus an dieses Wüstenereignis. „Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.“ (Joh 6:31)

Jesus geht darauf ein, stellt aber gleich klar, wer den Vätern in der Wüste eigentlich zu essen gegeben hat:
„Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben,
sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.“(Joh 6:32f)

Mit diesen Worten deutet Jesus an, dass Gott mehr gibt als Brot für den Leib und dass das Ereignis in der Wüste auf ein größeres Ereignis hinweist, das sich mit Jesus erfüllt. Jesus wir uns so als der neue Moses vorgestellt.

Die Leute wollen dieses Brot haben, von dem Jesus spricht und sie bitten Jesus darum: „Herr, gib uns immer dieses Brot!“ (Joh 6:34b) Wir schließen uns übrigens dieser Bitte an immer dann, wenn wir im "Vater unser" beten: Gib uns heute unser tägliches Brot! (Mt 6:11) Damit finden wir uns in einer Reihe mit den murrenden Israeliten in der Wüste und mit den Leuten, die Jesus im heutigen Evangelium um Brot bitten.

Womöglich können wir diese Bitte nicht mehr so wesentlich aussprechen, wie die Israeliten in der Wüste und um Jesus das noch tun konnten und zwar aus dem einfachen Grund, weil wir mehr als genug zu essen haben; es wird darum bei uns wohl eher der Fall sein, dass wir gar nicht mehr daran denken, Gott um unser Brot zu bitten. Was wir zu essen bekommen ist selbstverständlich und in Überfülle da; Erfahrung von Hungersnot ist da unmöglich.

Und doch ist der gefüllte und oft genug der überfüllte Magen kein Garant gegen Hunger. Wir erleben es schmerzlich in den so genannten Wohlstandskrankheiten wie die Abhängigkeit von den verschiedenen Suchtgiften, wie das Zunehmen der Selbstmordrate, oder wie das Phänomen des einsamen Todes, der immer wieder und immer mehr vor allem alte und eben einsame Menschen ereilt; wir erleben es an der Abhängigkeit vieler Menschen von den Idolen des Sportes und des Showgeschäftes – das alles sagt uns: es gibt da noch einen Hunger, der vom vollen Magen höchstens alleingelassen aber niemals gestillt wird.

Jesus wusste damals bereits um diesen anderen und größeren Hunger; und er hat damals schon die Antwort gegeben, die diesen Hunger stillt. Und diese Antwort gilt auch heute und wird immer gelten.
„Jesus antwortet ihnen und uns: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt wird nie mehr hungern,
und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. (Joh 6:35) Dieser Hunger findet in der persönlichen Begegnung mit Jesus sein Ende. Damit spricht Jesus einen besonderen Hunger von uns Menschen an: den Hunger nach Liebe, den Hunger nach persönlicher Gemeinschaft, nach herzlicher Zuwendung, den Hunger nach Begegnung von Herz zu Herz und von Angesicht zu Angesicht.

Stimmt es, was Jesus da von sich behauptet?
Viele haben es mit Jesus versucht und sie alle sagen: Ja, es stimmt! Andere sagen: Nein, das stimmt nicht! Aber haben die sich wirklich auf Jesus eingelassen? Sind die ihm wirklich begegnet?

Es bleiben also für jeden von uns diese Worte Jesu eine Einladung, die wir annehmen oder ablehnen können. Jeder von uns muss seine Erfahrung mit Jesus selber machen, das kann ihm keiner abnehmen. Dabei ist der Weg zu dieser Erfahrung denkbar einfach: wer zu mir kommt...! Joh 6:35b)  Es geht einzig darum, dass wir zu Jesus kommen. Dabei fordert Jesus keine Voraussetzungen und keine Leistungen irgendwelcher Art. Jesus lädt grenzenlos zu einer Gemeinschaft mit ihm. Diese Einladung will jeden Menschen treffen, wer immer er sein mag, wo immer er sein mag, wie immer er sein mag. Wir können diese Einladung nicht lebensnahe genug hören. Damit wir Jesu Einladung annehmen und zu ihm kommen können, wollen wir beten:

Gott, du allein kannst unsere Sehnsucht nach Glück und Leben stillen. Begleite uns auf dem Weg zu dir durch das Brot deines Sohnes, der mit dir lebt und waltet in Ewigkeit! - Amen!