Freitag, März 15, 2013

Liebe, die sieht!



Aus dem hl. Evangelium nach Johannes 8: 1 – 11



In jener Zeit 

1ging Jesus zum Ölberg.

2Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es.

3Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte

4und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt.

5Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du?

6Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.

7Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.

8Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.

9Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand.

10Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt?

11Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!











Alle schauen sie auf die Ehebrecherin. Ihr Vergehen ist erwiesen; ihre Schuld offensichtlich. Das Gesetz des Mose erlaubt zu richten und zu steinigen.

Jesus schaut auf die Ankläger. Dann bückt er sich und beginnt in den Sand zu schreiben. Manche frühe Textzeugen bemerken ausdrücklich, dass Jesus da die Sünden der Ankläger in den Sand geschrieben hat.

Es ist sehr bequem und sehr verführerisch über dem Mist anderer den eigenen Mist zu vergessen.

Jesus meint es anders: Der Mist anderer sollte uns an den eigenen Mist erinnern und uns bewusst machen, dass auch wir unsere schwarzen Flecken haben, dass auch wir schuldig sind und es verdienten, gesteinigt zu werden.

Jesus bewahrt zwar das Beichtgeheimnis, indem er keinen der Ankläger öffentlich einer Sünde bezichtigt; das sollen sie selber tun. Er gibt ihnen die Möglichkeit dazu: "Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie." Und alle sehe sie im Spiegel der Ehebrecherin ihre eigen Schuld und gehen beschämt fort.



Jesus hat einmal gesagt, dass er gekommen ist um zu suchen und zu retten, was verloren ist. An der Ehebrecherin wird dieser Anspruch Jesu Wirklichkeit. Er schafft was Neues im Leben dieser Frau. Wohl weiß auch Jesus, dass die Frau gesündigt hat. Das hindert ihn aber nicht, ihr eine neue Chance zu geben: "Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!" (Joh 8:11c)



Wir merken an dieser Geschichte, wie gegensätzlich religiöser Eifer sich zeigen kann. Bei den Schriftgelehrten und Pharisäern zeigt er sich in der Sorge um die Befolgung der Gebote. Dieser Eifer geht buchstäblich über Leichen und zögert nicht, eine Frau durch Steinigung zu töten.

Bei Jesus zeigt sich religiöser Eifer in der Sorge um das Leben der Frau und darin, dass er ihr einen Neuanfang schenkt. Jesus ruft in Erinnerung, dass Gottes erste Sorge den Menschen gilt und nicht der Aufrechterhaltung seiner Gebote. Seine Gebote sind für die Menschen da und nicht die Menschen für die Gebote. Darum gibt Gott auch Gebote, damit es seinen geliebten Menschen dadurch besser geht. Wenn so was passiert, wie heute im Evangelium durch die Pharisäer, dann haben sie die Absicht Gottes mit seinen Geboten ins Gegenteil verkehrt. Dann ist es nicht mehr Gottes Gebot, für das sie eifern sondern ihr eigenes verkehrtes Verständnis davon.



Sie sind blind geworden für die liebenden Absichten Gottes; sie sind blind geworden für die Ehebrecherin; und sie sind blind geworden für ihre eigene Schuld. Dieser religiöse Eifer macht blind auf eine umfassende Weise: Blind für Gott, für die Mitmenschen und für sich selber. Kein Wunder, dass ein solcher religiöser Eifer den Tod sät.



So blind die jüdischen Gesetzeswächter sind so sehend ist Jesus. Er sieht die Schuld der Ehebrecherin und seiner Landsleute. Er sieht die Chance eines Neubeginns für die Ehebrecherin und für seine Landsleute. Jesus sieht neues Leben. Dieses Sehen kommt von seiner Nähe zu Gott. Die Verbundenheit mit Gott macht ihn sehend, macht ihn liebend, macht ihn zum neuen Menschen. Er kann seine ganze Aufmerksamkeit zuerst den Gesetzeswächtern zuwenden und dann der Ehebrecherin. Beiden eröffnet er einen neunen Weg. Bei beiden bleibt offen, ob sie ihn auch gehen; wie sie also mit dem neuen Leben umgehen, das Jesus wie ein zartes Pflänzchen in ihre Hände gelegt hat.



Paulus hat einmal gesagt, er wolle nicht Herr über den Glauben der Korinther sein sondern Helfer zu ihrer Freude. (vgl. 2Kor 1:24) Die jüdischen Gesetzeswächter wollten Herren über den Glauben der Frau sein Jesus hingegen Helfer zu ihrer – der Juden und der Ehebrecherin – Freude.



Unser neuer Papst hat sich den Namen Franziskus gegeben in Erinnerung an Franz von Assisi, den großen Freund der Armen, der Liebe und des Lebens. Aus dieser Liebe zu den Armen heraus handelt auch Jesus im heutigen Evangelium. Lassen auch wir uns inspirieren, die Armen zu lieben, und das Leben und die Liebe. Schließen wir mit einem Gebet von Pvaol Stauss:

Mein Jesus, du schaust in mein Herz, mach es reiner.

Mein Jesus, du siehst meine Wege, mach sie gerader.

Mein Jesus, du ahnst meine Ziele, mach sie klarer. Amen!

Samstag, März 09, 2013

freie Liebe



Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 15: 1-3.11-32

In jener Zeit
1kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
2Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.
3Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:
11Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne.
12Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf.
13Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.
14Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht.
15Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.
16Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
17Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um.
18Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.
19Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.
20Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
21Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.
22Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an.
23Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein.
24Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
25Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.
26Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle.
27Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat.
28Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.
29Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte.
30Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
31Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.
32Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden.




„Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden.“ (Lk 15:32)

So ist der Blickwinkel des Vaters: Er freut sich, dass er seinen Sohn „wieder heil und gesund wiederbekommen hat.“ (Lk 15:27d) Was der in der Zeit der Abwesenheit alles getan hat ist im Vergleich dazu völlig uninteressant. Was zählt ist, dass er jetzt wieder da ist und zwar gesund und heil - das ist Grund zur Freude und zum Feiern. Unüberhörbar schlägt in diesen Worten ein liebendes Vaterherz. Dem entsprechend ist für den Vater das Fernesein des Sohnes wie ein Tosten und ein Verlorensein.

Ganz anders der Blickwinkel des Bruders. Der sieht eigentlich nur, was sein Bruder alles falsch gemacht hat und übertreibt noch, denn, dass er das väterliche Vermögen mit Dirnen durchgebracht hätte - davon steht nichts im Bericht über das verlorene Leben des jüngeren Bruders. Wenn er dann noch aufzählt, wie brav er sich verhalten hat im Vergleich zu seinem jüngeren Bruder, dann sehen wir, dass er auf dem Standpunkt eines Konkurrenten steht, der mit seinem jüngeren Bruder seit jeher schon um die Gunst des Vaters gebuhlt hat. In dieser Haltung hat Freude darüber, dass sein Bruder wieder wohlauf zurück ist, keinen Platz.

Wenn wir uns den jüngeren Bruder näher ansehen, bemerken wir, dass er nicht etwa aus Liebe zum Vater nach Hause zurückkehrt sondern aus reinem Selbsterhaltungstrieb, also aus Liebe zu sich selber: „Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um.“ (Lk 15:17bc)
Aber auch das bekümmert den Vater nicht und lässt ihn in seiner Freude unbegreiflich großzügig bleiben. Es ist schon unglaublich wie frei der Vater in seiner Liebe ist. Keiner seiner beiden Söhne braucht sich seine Liebe zu erkaufen. Der Vater schenkt sie aus freien Stücken und im Übermaß. Sein Freude besteht darin, dass seine Söhne in seiner Nähe ein glückliches Leben führen. Behindern oder verhindern können dies allein die Söhne, indem sie entweder vom Vater weglaufen, wie der jüngere Sohn oder unbedingt meinen, sich die Liebe des Vaters erkaufen zu müssen, wie der ältere Sohn.

Das heutige Evangelium lebt von der liebenden Liebe des Vaters. Sie erhebt sich über die egozentrische liebe des jüngeren Sohnes ebenso wie über die berechnende Liebe des älteren Sohnes. Wenn dies nicht ein Gleichnis wäre, müsste wir uns fragen, wo denn die beiden Söhne denn ihre Augen haben, dass sie diese Liebe des Vaters so gar nicht sehen und sich zu eigen machen können.

Wie ein warmer Föhnwind weht die Liebe des Vaters durch das heutige Evangelium; es vertreibt die Kälte egoistischer Liebe ebenso wie die trüben Dunstglocken berechnender Liebe. Diese Liebe kann nicht anders: sie muss sich darüber freuen, dass der jüngere Sohn heil und gesund wieder zurückgekommen ist. Diese Liebe kann sich nicht genug ausdrücken in Zeichen herzlicher Zuwendung: „Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein.“ (Lk 15: 22f.)

Zu welchem seiner Kinder wir auch immer gehören - das heutige Evangelium ist eine ernste Einladung, die Liebe des Vaters zu bedenken in ihrer Freiheit, in ihrer Uneigennützigkeit, in ihrer Freude, in ihrer Schönheit, in ihrer Fähigkeit, zu froher, feiernder Gemeinschaft zusammen zu führen. In dieser Liebe wird Gott uns erwarten. Darum dürfen wir zu ihm kommen, wie immer wir drauf sind. Wir sind jedenfalls herzlich bei ihm willkommen - so sehr willkommen, dass er auch uns schon von weitem kommen sieht, sich aufmacht, uns entgegenläuft, um den Hals fällt und küsst. (vgl. Lk 15:20)

Welche Ermutigung, zu Gott umzukehren! Wer kann da noch in seiner Abkehr von Gott verharren? Möge uns allen diese Liebe Gottes so sehr zu Herzen gehen, dass auch wir uns aufmachen und wie der jüngere Sohn aus der Fremde (vgl. Lk 15:20a) oder der ältere Sohn vom Feld (vgl. Lk 15:25) heimkehren zum Vater. Amen!

Samstag, März 02, 2013

Umkehr


 
Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 3: 1 – 9

1Zu jener Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den Galiläern, die Pilatus beim Opfern umbringen ließ, so dass sich ihr Blut mit dem ihrer Opfertiere vermischte.
2Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht?
3Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.
4Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden - meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht?
5Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.
6Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine.
7Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen?
8Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen.
9Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.



Es ist eine Tragik, dass wir jeden Augenblick umkehren könnten – es aber nicht tun! Mit diesen Worten bringt Dag Hammarskjöld das Kreuz mit der Umkehr zum Ausdruck.

Im Evangelium fordert Jesus seine Zuhörer eindringlich auf zur Umkehr ansonsten steht ihnen ein schlimmes Ende bevor und stellt ihnen als mahnendes Beispiel jene Juden vor Augen, die Pilatus beim Opfern hinmetzeln ließ sowie jene, die beim Einsturz eines Turmes verunglückt sind. Wozu jedoch sollen die Leute umkehren?

Im abschließenden Gleichnis beantwortet Jesus diese Frage: Es geht um Umkehr zur Fruchtbarkeit im Guten. Drei Jahre keine Früchte bringen – da reißt bei jedem normalen Menschen der Geduldsfaden. Doch erwirkt der Weingärtner ein weiteres Jahr und verspricht das Mögliche zu tun, um den Feigenbaum zu Früchten zu verhelfen. Jesus lässt es offen, ob dieses eine, weitere Jahr Früchte gezeitigt hat. Bei den Personen im Gleichnisses können wir den Besitzer des Weinbergs Gott zuordnen; den im Weingärtner können wir Jesus erkennen, der eben dabei ist durch sein Wirken in Wort und Tat dem Feigenbaum – also dem Volk Gottes – zu gottgefälliger Fruchtbarkeit zu verhelfen. Dabei wird auch klar, dass die Langmut Gottes jedes menschliche Maß sprengt, dass mit ihr jedoch nicht Schindluder getrieben werden kann, indem man sagt: Gott ist so unendlich barmherzig; er wird mir immer alles verzeihen; darum brauche ich mich nicht um Umkehr zu kümmern und kann weiterleben wie bisher!

Zu diesem Gleichnis Jesu fügt sich passend an, was Paulus in der 2. Lesung schreibt: Alle waren sie unter der Wolke; alle sind sie durchs Meer gezogen; alle wurden sie so auf Mose getauft; haben alle die gottgeschenkte Speise gegessen und den gottgeschenkten Trank getrunken. Alle haben sie die Wohltaten Gottes genossen. Wie gründlich hat der Weingärtner – in diesem Falle Moses – den Feigenbaum im Auftrag Gottes bearbeitet. Dennoch hatte Gott an den meisten von ihnen kein Gefallen; denn er ließ sie in der Wüste umkommen, weil sie nicht bereit waren, das Geschenk des verheißenen Landes anzunehmen.
Von diesem verheißenen Land ist in der ersten Lesung die Rede. Dort geht es darum, das Volk Israel aus der Unterdrückung in Ägypten heraus- und in ein schönes, weites Land hineinzuführen, in ein Land in dem Milch und Honig fließen. Dieses verheißene Land erscheint als das krönende Ende von einem Prozess, an dessen Anfang ein Ereignis stand, das wir auch mit Umkehr bezeichnen könne: Es geht da um die Umkehr Gottes zu seinem Volk: Gott sieht das Elend seines Volkes, er hört ihre laute Klage über ihre Antreiber und kennt ihr Leid. Das bewegt ihn, umzukehren zu seinem Volk, das heißt: herabzusteigen, um es der Hand der Ägypter zu entreißen und ins verheißene Land zu führen.

Umkehr Gottes bedeutet Zuwendung zu seinem Volk, um es mit Wohltaten zu überhäufen;
Umkehr bei uns, seinem Volk, bedeutet Zuwendung zu Gott, um seine Wohltaten zu empfangen und in unserem Leben fruchtbar werden zu lassen. Umkehr verliert so jeden Schrecken, denn sie bedeutet Hinwendung zum huldreichen, liebenden Gott; zu seiner Gabenfülle, die er für uns bereit hält; sie bedeutet Eingehen ins verheißene Land.

Wenn uns Umkehr dennoch schwerfällt, dann deswegen, weil wir in tragischer Verkennung die Wüste, in der wir leben für verheißenes Land halten und wir uns ein Leben ohne unsere Fesseln nicht mehr vorstellen können. Gott kann sich das noch vorstellen – darum hat er sich in unsere Gefangenschaft begeben in seinem Sohn Jesus Christus. Der hat uns den Weg gezeigt und eröffnet in das Land der Verheißung, des Lichtes und des Friedens. Durch sein Leiden, Sterben und Auferstehen hat er die Fesseln unserer Gefangenschaft gesprengt und uns die Herrlichkeit und Freiheit der Kinder Gottes geschenkt.

Diese Tage sollen uns helfen, nicht dem Beispiel Israels in der Wüste zu folgen sondern mit besonderer Achtsamkeit die Wohltaten zu bedenken, mit denen Gott uns verwöhnen möchte. Zeiten der Stille, des Gebetes und herzlicher Nächstenliebe bilden den Raum, in dem uns Gottes erbarmende Güte machtvoll begegnen und unwiderstehlich berühren und wandeln wird. Vergessen wir dabei nicht, dass uns auf diesen Wegen jener Gott begleitet, der sich den Namen gegeben hat „Ich bin da“. Dieser Name bezeugt seine treue Gegenwart in jeder Situation unseres Lebens. Versuchen auch wir, da zu sein in seiner Gegenwart, was soll uns dann noch fehlen? Was soll uns dann noch unmöglich sein. Mit ihm überspringen wir unsere Mauern; er führt uns hinaus ins Weite. Amen!

Sonntag, Februar 24, 2013

Auf Jesus hören

 
Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 9: 28b – 36

In jener Zeit
28bnahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten.
29Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes, und sein Gewand wurde leuchtend weiß.
30Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija;
31sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte.
32Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen.
33Als die beiden sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte.
34Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst.
35Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.
36Als aber die Stimme erklang, war Jesus wieder allein. Die Jünger schwiegen jedoch über das, was sie gesehen hatten, und erzählten in jenen Tagen niemand davon.



Wer hört, gehört! Mein Hören sagt was aus. Es sagt, wem ich gehöre. Wie viele Stimmen gibt es nicht, die sich Gehör verschaffen wollen, die gehört werden wollen: Die zahllosen Stimmen der Werbung, die Stimme der öffentlichen Meinung, die Stimmen der Politiker (besonders in einem Superwahljahr wie diesem) die Stimmen von Idolen der Musikbranche, des Showbusiness, des Sportes. Zu diesen Stimmen von außen kommen hinzu die Stimmen von innen: Die Stimme meiner Süchte, meiner Launen, meiner Grenzen, meiner Ängste, meiner Sympathie.

Zu diesen Stimmen gesellt sich heute eine dazu, die aus einer dunklen Wolke kommt: „Das ist mein auserwählter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.“ (Lk 9:35) Diese Stimme richtet sich vorerst an die drei Jünger, die mit Jesus auf den Berg gestiegen sind und seine Begegnung mit Mose und Elias miterleben. Diese drei Jünger sind aufgrund ihres jüdischen Glaubens bisher gewohnt, auf die Stimme des Mose zu hören, der ihnen in 5 Büchern das Gesetz Gottes verkündet hat; zudem waren sie noch gewohnt, auf die Stimme der Propheten zu hören – repräsentiert durch Elias – die ihnen den Willen Gottes vermitteln. Beileibe nicht selbstverständlich, dass sie von einem Augenblick auf den anderen „umhören“ können. Wir hören aus dem Evangelium, dass Jesus immer wieder ihre mangelnde Bereitschaft tadelt, auf sein Wort zu hören und ihm zu glauben. Das geht so weit, dass sie mit seinem Tod am Kreuz nichts mehr von ihm hören können und nur mehr im Hören auf ihre Angst sich hinter verschlossenen Türen verstecken. Erst der hl. Geist hilft ihnen, von neuem und jetzt endgültig auf die Worte Jesu zu hören: er erinnert sie an alles, was Jesus ihnen gesagt hat und eleuchtet sie, es zu verstehen.

Ähnlich ist es bei uns: Auch wir tun uns schwer, unsere Hörgewohnheiten zu ändern. Darum werden wir eben in der Fastenzeit eingeladen, auf Jesus zu hören. Ich soll mich in diesen Tagen prüfen, auf welche Stimmen ich höre und damit entdecken, von wem ich mir was sagen lassen und wem ich also eigentlich gehöre. Welche Zugehörigkeit(en) entdecke ich da in meinem Leben! Kann ich mich ihrer rühmen oder muss ich mich ihrer schämen?
Um diese Stimmen hören zu können, muss ich tun, was die Jünger im heutigen Evangelium getan haben: sie haben sich mit Jesus auf einen Berg begeben – an einen Ort, der sie über die Stimmen erhebt, die sie in den Niederungen des Alltags bearbeiten; an einen Ort der Stille, in der sie nicht nur für die Stimmen in ihrem Inneren hellhöriger sind sondern gerade auch für die Stimme Gottes.

Diese Stille sollten wir uns antun und uns gönnen: denn sie ist der Raum, in dem jene Stimme sich Gehör verschaffen kann, die ansonsten im Stimmengewirr unterzugehen droht: die Stimme meines christlichen Gewissens, die mit untrüglicher Gewissheit beurteilt, welche Stimmen mir zum Fluch und welche mir zum Segen sind. Die Stimme meines Gewissens ist die Platzhalterin für die Stimme Gottes in meinem Leben. Es ist gerade mein Christsein, dass mich besonders sensibel macht dafür, wes Geistes Kind ich bin und ob ich in der Freiheit der Kinder Gottes lebe. Für einen Christen gehört es sich, zu hören, ob er Christus gehört. Es ist dies ein andauerndes Bedürfnis seines Lebens. Auf diesem Hintergrund ist die Fastenzeit vor allem eine Zeit der Reinigung meines Hörens. Eine Zeit des Erkennens und Ausscheidens von Stimmen, die mir nicht gut tun; zugleich ein Hinneigen meiner Ohren zu Stimmen, die mein Herz ansprechen und mir Frieden bringen, weil sie mich letztlich die Stimme Jesu hören lassen.

Jedes Wort herzlicher Güte und aufrichtiger Liebe, jedes Wort, das mich meint – und nicht das Meine, jedes Wort, das mir Vergebung zuspricht und mich versöhnt mit Gott und Mensch, jedes Wort, das mich ein Stück heiler macht, ist letztlich ein Wort aus Jesu Mund und will mich hinführen zu den Worten, die Jesus selber zu mir spricht im Evangelium, in den Sakramenten der Muße und der Eucharistie.

Die Reinigung meines Hörens geschieht im Hören auf das, was Jesus sagt – zu den Menschen seiner Zeit und zugleich zu jedem von uns. Mich dem Wort Jesu stellen heißt beim Wort Jesu verweilen, dass es in mein Leben einsickern kann, wie Wasser in trockenes Erdreich. So kann Jesu Wort auch in mir das Wunder des Lebens wirken im Vergeben von Schuld in der Beichte, im Stillen meines Lebenshungers in der Eucharistie, im Ordnen meiner Kräfte gegen die Mutlosigkeit und die Resignation, gegen die Oberflächlichkeit und die Lieblosigkeit. Auf Jesus sollen wir hören – auf wen sonst? Er allein hat Worte ewigen Lebens. Amen!

Freitag, Februar 15, 2013

In des Geistes Kraft

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Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 4: 1 – 13



In jener Zeit

1verließ Jesus, erfüllt vom Heiligen Geist, die Jordangegend. Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher,

2und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt. Die ganze Zeit über aß er nichts; als aber die vierzig Tage vorüber waren, hatte er Hunger.

3Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden.

4Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot.

5Da führte ihn der Teufel auf einen Berg hinauf und zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde.

6Und er sagte zu ihm: All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen, und ich gebe sie, wem ich will.

7Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören.

8Jesus antwortete ihm: In der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.

9Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich von hier hinab;

10denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich zu behüten;

11und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

12Da antwortete ihm Jesus: Die Schrift sagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.

13Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel für eine gewisse Zeit von ihm ab.







Am Abend des 11. Feber, an dem Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt angekündigt hat, schlägt um 17 Uhr 56 ein Blitz in das Kuppelkreuz des Petersdomes ein. Ich habe das spontan als ein Zeichen des Himmels verstanden und an den Hl. Geist gedacht, der in Feuerzungen auf die Jünger herabgefallen ist. Wie er damals die Jünger erfüllt und befähigt hat für Jesus Zeugnis abzulegen so wird er auch in diesen außerordentlichen Tagen die Kirche mit seinem Licht erleuchten und mit seiner Kraft stärken. Er wird die Kardinäle befähigen, einen Papst zu wählen, den die Kirche und die Welt von heute braucht, einen guten Hirtenpapst.



Was dieses Geistereignis mit dem heutigen Evangelium zu tun hat? Nun, auch da ist von einem Geistereignis die Rede: „Jesus verließ, erfüllt vom Heiligen Geist die Jordangegend. Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher, und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt.“ (Lk4:1.2a)



Wir sehen, dass der Hl. Geist Jesus in der Taufe nicht nur zu einer klaren Einsicht in seine Herkunft und in seine Berufung geführt hat sondern dass er auch die Kraft ist, die ihn in der Versuchung erleuchtet und stärkt.



Die Geisteskraft in Jesus erkennen wir daran, dass er keine Angst vor dem Teufel hat, der ihn in Versuchung führt. Er redet mit ihm wie mit jedem anderen auch; er steht ihm Rede und Antwort auf alle seine Anfragen. Ein besonderes Zeichen der Führung des Hl. Geistes ist, dass Jesus die Versuchungen des Teufels mit einem Wort Gottes erwidert. Jesus legt so Zeugnis ab von der Macht des Wortes Gottes. Für uns zugleich eine Einladung, in den kommenden Tagen der Buße uns von neuem auf eine Entdeckungsreise des Wortes Gottes zu machen, seine unwiderstehliche Kraft zu entdecken und aus seiner Fülle zu leben. Angebote für tägliche Impulse durch das Wort Gottes gibt es genug: Angefangen bei den Schriftlesungen des jeweiligen Tages, über Fastenkalender bis hin zu dem, was uns über die Medien wie Email, SMS und allfällige Sendungen im Fernsehen ansprechen möchte; zu achten ist dabei nur, dass wir nicht meinen, in der Vielzahl der Impulse liegt der Segen; der ist vielmehr darin zu finden, dass wir uns auf einen Impuls beschränken, der uns anspricht und dann versuchen, mit ihm den Tag zu leben. Alles andere wäre geistliche Überfütterung und führt zu spiritueller Magenverstimmung.



Bedeutsam ist auch zu bedenken, worin Jesus vom Teufel versucht wurde: es geht darum, Essen, Reichtum und Macht sowie Bewunderung von den Menschen zu haben - dies alles jedoch auf das Wort des Teufels hin. Das eigentliche Ziel in der Versuchung durch den Teufel besteht darin, Jesus von seinem Vater im Himmel zu lösen und ihn an sich, an den Teufel, zu binden. Maßstab von Jesu Handeln soll nach dem Willen des Teufels nicht mehr das Wort Gottes sondern das Wort des Teufels sein. Diese Grundabsicht des Teufels hat Jesus von Anfang an durchschaut und also von Anfang an dem Wort und Willen des Teufels das Wort und den Willen Gottes entgegen gehalten. Das Überangebot an irdisch, weltlichen Gütern sollte Jesus einlullen und betäuben und ihn blind machen sowohl für die Abhängigkeit von seinem Vater im Himmel wie auch für die Abhängigkeit vom Teufel.



Gottes Sohn zu sein bedeutet nicht ein Leben in Saus und Braus sondern ein Leben vom Wort Gottes, im Dienst an Gott und im heiligen Respekt Gott gegenüber. So hat der Teufel durch seine Versuchungen das Gegenteil erreicht von dem, was er wollte: Er hat Jesus noch tiefer in Gott verwurzelt! Dies alles geschieht in der Kraft des Hl. Geistes.



Darum wollen wir zum Wort Gottes noch ein Weiteres dazu nehmen: Den Hl. Geist! Wiewohl seine Herabkunft diese österliche Zeit mit dem Pfingstfest liturgisch beschließen wird wollen wir mit der Bitte um diesen Geist doch nicht so lange warten sondern angeregt durch das heutige  Evangelium um seine Gegenwart, sein Licht und seine Kraft schon für die kommende Bußzeit bitten.



Und wenn wir bemerken, wie sich das Wirken des Hl. Geistes bereits wohltuend in den Menschen auswirkt, die in den kommenden Tagen Papst Benedikt verabschieden werden, dann belebt das unsere Hoffnung, dass derselbe Geist sowohl in den Herzen der Kardinäle beim Konklave wirken wird wie auch in unserem Leben eine unauslöschliche Spur der Liebe, des Miteinander, des Friedens und der Freude ziehen wird. Schließen wir mit der Abwandlung einer sympathischen Werbung, die wir in letzter Zeit öfter zu sehen und zu hören bekommen: Der Hl. Geist - der hält die Spur! Amen!

Sonntag, Februar 10, 2013

Die Macht seines Wortes


Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 5: 1 - 11

In jener Zeit,
1 als Jesus am Ufer des Sees Genesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören.
2 Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze.
3 Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus.
4 Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus!
5 Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.
6 Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten.
7 Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, so dass sie fast untergingen.
8 Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder.
9 Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten;
10 ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.
11 Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.


Eine starke Geschichte, die schon ganz stark beginnt, wenn es heißt, dass das Volk sich um Jesus drängte, weil es das Wort Gottes hören wollte. Nicht die Worte eines Menschen wollten sie von Jesus hören sondern das Wort Gottes. Da haben sie Gewaltiges von Jesus erwartet; aber sie haben es von dem erwartet, der ihre Erwartungen auch erfüllen konnte.

Die erste Machtdemonstration des Wortes Gottes ist die, dass es das Volk um Jesus herum drängt mit dem Verlangen, es zu hören! Sie sind begierig auf das Wort Gottes. So sehr, dass Jesus sich vor dem Gedränge auf ein Boot flüchten muss, um von dort aus zu den Leuten zu reden.

Nun vernehmen wir weiter nicht, welche Wirkung die Rede Jesu auf die  Zuhörer ausübte. Wohl aber, wie Petrus von den Worten Jesu beeindruckt war. So sehr, dass er auf Jesu Wunsch hin etwas völlig Unsinniges tut: Bei helllichtem Tag zum Fischen ausfahren! Heute am Rosensonntag lässt dies an einen Faschingsscherz denken, den Jesus sich mit Petrus erlaubte. Jeder Fischer weiß nämlich, dass die Nacht sowie Morgen- und Abenddämmerung die Zeiten zum Fischen sind, weil sich da die Fische nahe der Wasseroberfläche befinden, von der sie sich mit zunehmendem Tageslicht in Tiefe des Sees zurückziehen.
Zudem hatten sie die ganze Nacht über nichts gefangen.

Und Petrus stellt auch klar, dass er nicht aus eigener Überzeugung die Netze auswirft, sondern nur auf Jesu Wort hin. Das Wort Gottes aus Jesu Mund hat also die Macht, den Petrus zu einem völlig unsinnigen Verhalten zu bewegen, bei dem er Gefahr läuft, von allen ausgelacht zu werden. Doch hört er einzig auf Gottes Wort aus Jesu Mund, fährt auf den See hinaus und wirft die Netze zum Fang aus.

Und siehe da, der Fang ist dermaßen üppig, dass sie das Boot ihrer Gefährten zu Hilfe rufen müssen; und beide Boote sind kaum imstande, den Fang ans Ufer zu ziehen; beide Boote wären fast untergegangen. In Erinnerung an das Predigtwunder des hl. Antonius könnten wir annehmen, das Wort Gottes habe in Jesu Verkündigung nicht nur die Menschen in seinen Bann gezogen sondern auch die Fische; deshalb waren sie zur Unzeit so nahe an der Wasseroberfläche, dass sie dann von den Fischern leicht gefangen werden konnten. Einen weiteren Machterweis des Wortes Gottes können wir darin sehen, dass die Netze trotz des überreichen Fanges nicht zerrissen sind. Wir können in all dem den Hinweis erkennen, wie sehr Gottes Wort die gesamte Schöpfung beeindruckt, was dann ja ausdrücklich wird bei der Stillung des Seesturmes, bei der Brotvermehrung, bei den Wunderheilungen, den Dämonenaustreibungen und schließlich bei der Auferweckung von Toten.

Der weitere Verlauf der Geschichte zeigt uns, dass Jesus den wunderbaren Fischfang nicht um des Spektakels willen inszeniert hat sondern damit eine Absicht im Schilde führte: Er wollte damit Menschen für sich gewinnen, dass sie ihm nachfolgten; konkret den Petrus und seine Freunde.

Also erleben wir, wie die Macht des Wortes Gottes aus Jesu Mund weiterhin sich entfaltet – nunmehr nicht mehr im Äußerlichen sondern im Inneren des Petrus, der angesichts des machtvollen Wortes Gottes in Jesu Verkündigung sich als Sünder erkennt und vor Jesus in die Knie geht. Petrus bekommt es angesichts dieser Machtfülle mit der Angst zu tun; ihm ist unheimlich zumute, er sieht seine Schwachheit und Sündigkeit und weiß sich der Nähe Gottes in Jesus völlig unwürdig.

Es bedarf eines weiteren Machterweises des Wortes Gottes, der im einfachen Zuspruch Jesu an Petrus besteht: Fürchte dich nicht! Mit diesem Wort nimmt er dem Petrus und seinen Freunden die Angst und macht sie innerlich frei, zu verstehen, was er dann sagt und den Worten Jesu auch Folge zu leisten: Von jetzt an wirst du Menschen fangen! Und sie verstehen, was dies bedeutet, obwohl Jesus es nicht ausdrücklich gefordert hat: Dass sie alles zurücklassen und ihm nachfolgen.

Damit sind wir dort angelangt, wo das Wort Gottes hinführen will: Beim Zurücklassen von allem, um Jesus nachfolgen zu können. Das größte Wunder, welches das Wort Gottes bewirken will, ist, dass es das Herz des Menschen von allem befreit, was es hindert, Jesus zu gehören und ihm nachzufolgen. Möge der Herr dieses Wunder des Wortes Gottes in uns immer wieder wirken und unser ganzes Leben in der Nachfolge Jesu hinordnen auf das Heil unserer Mitmenschen und auf die Verherrlichung Jesu zur Ehre Gottes des Vaters! Amen!

Donnerstag, Januar 31, 2013

Messias nach Maß


 
Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 4:21 – 30

In jener Zeit
21begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.
22Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs?
23Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
24Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
25Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam.
26Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.
27Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.
28Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.
29Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen.
30Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.





Es ist schon erstaunlich, wie schnell das geht: Zu Beginn des Evangeliums fand Jesu Rede bei allen Beifall und am Ende gerieten alle in Wut und wollten Jesus den Stadtberg hinunterstürzen.
Was hat denn diesen extremen Stimmungsumschwung hervorgerufen?
Angefangen hat es mit der Frage: Ist das nicht der Sohn Josefs? Diese Frage stellen die Leute, nachdem sich Jesus eben als der erwartete, geisterfüllte Messias geoutet hat.
So stellen die Leute einerseits Jesu Anspruch in Frage, denn der Messias wurde ja als Sohn Davids erwartet!
Andererseits bringen sie zum Ausdruck, dass Jesus als der Sohn Josefs ja einer von ihnen ist - und erhebt nun den Anspruch mehr zu sein als sie.
Die Leute erwarten einen anderen Messias und keinen aus ihrer Mitte. Jesus entspricht nicht der Messiaserwartung der Leute.

Jesus nimmt die Skepsis der Leute auf und bekräftigt sie durch das Sprichwort: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt! Und anstatt das Gemüt seiner Zuhörer zu besänftigen gießt er Öl ins Feuer, indem er zwei Beispiele aus Israels Geschichte erzählt; aus dem Leben des Elia eines und das andere aus dem Leben des Elischa. Beides sind hervorragende Propheten des Volkes Israel. Beide wurden jedoch von ihrem Volk abgelehnt, so dass ihre Kraft nur außerhalb des Volkes bei Nichtjuden wirken konnte.
Jesus setzt so sein Schicksal mit dem der beiden Propheten gleich.
Zugleich macht Jesus durch seine Rede deutlich, dass Gott das Heil, das seinem auserwählten Volk zugedacht war, auch außerhalb des Volkes Israel wirksam werden lässt.
Was tut Jesus auf diese Weise?
Die Leute stellen seine Erwählung zum Messias in Frage;
Jesus stellt darauf in Frage, wie seine Leute sich als das auserwählte Volk Gottes verstehen. Das ist alles andere als eine billige Retourkutsche durch Jesus nach dem Motto: Wie du mir so ich dir!
Jesus macht vielmehr deutlich, dass die Erwählung keine starre, automatische Angelegenheit ist sondern ein lebendiger Vorgang, bei dem es sowohl auf den erwählenden Gott, wie auch auf das erwählten Volk Israel ankommt. Erwählung ist keine Einbahn! Sie bedarf der Annahme, will sie wirksam sein können.

Durch seine Rede in der Synagoge zu Nazareth, die wir am vergangenen Sonntag mitgehört haben, hat er denn Leuten auch gesagt, dass er seine Erwählung zum Messias erkannt und angenommen hat; das ist zugleich eine Einladung an sie, ihre Erwählung durch Gott neu zu bedenken und sie eben auch anzunehmen - indem sie in Jesus den Messias erkennen, der von Gott zu ihnen geschickt ist, damit sie ihn eben auch annehmen.

Die beiden Episoden aus der Geschichte seines Volkes ist durchaus keine übereifrige und verwegene Herausforderung des Volkszornes sondern eine dringliche Einladung, die Fehler ihrer Väter doch nicht zu wiederholen; vielmehr aus der Geschichte zu lernen und neue Wege zu gehen auf Gott zu, der ihnen jetzt entgegenkommt in seinem Messias, in Jesus von Nazareth. Gott möchte eben so sein Volk von neuem erwählen und ihm seine Bundestreue erweisen.

Die Leute nehmen sich nicht die Zeit, genauer hinzuhören, aufmerksamer hinzuschauen, ihre eigenen Vorstellungen vom Messias zu hinterfragen und zu relativieren. Sie haben nicht die Freiheit und die Demut, Gott auf sich zukommen zu lassen, wie ER es möchte!
Ihren Vorstellungen verhaftet möchten sie gleich beseitigen, was ihnen nicht passt und Jesus den Stadtberg hinunterstürzen.

Das heutige Evangelium zeichnet Jesu Weg vor: seine unmissverständliche Verkündigung des Reiches Gottes in seinem messianischen Reden und Handeln; die Ablehnung durch sein Volk, das ihn schließlich ans Kreuz und in den Tod führt; kraft seiner göttlichen Sendung jedoch hinein in die herrliche Auferstehung und Erhöhung zu Gott, von dem er den Geist sendet, der dann die Gemeinschaft der Jünger Jesu in der Kirche über Israel hinaus ausweitet auf alle Völker, um ihnen in Wort und Tat den Dienst der Frohbotschaft Jesu zu erweisen.

Jesus ist kein Softie, der möglichst allen alles recht machen möchte. Er fordert heraus zur Stellungnahme für oder gegen ihn; zum Aufbrechen unserer Vorstellungen von ihm und von Gott; zum Öffnen für seine messianischen Gaben, die er ja auch für uns bekommen hat.
Er fordert uns auf, dass wir vom Verhalten der Nazarener lernen, so dass er nicht auch durch unsere Mitte hindurch schreiten und weggehen muss, sondern unter uns und in uns bleiben kann als die Mitte von der wir leben, aus der wir lieben, mit der wir unserer Vollendung entgegengehen. Amen!

Freitag, Januar 25, 2013

Was Jesus will

 
Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 1:1-4; 4:14-21

1Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat.
2Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren.
3Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben.
4So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest.
14Jesus kehrte, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend.
15Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen.
16So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen,
17reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt:
18Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze
19und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.
20Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.
21Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.






Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, wie man dran ist mit einem, mit dem man näher zu tun hat. Dieses Gefühl will Jesus heute im Evangelium auch vermitteln, wenn er in der Synagoge seiner Heimatstadt zum ersten mal öffentlich auftritt. Er lässt die Leute wissen, wozu er da ist, was er im Sinn hat, was seine Aufgabe und seine Berufung ist. Sie sollen wissen, was sie von ihm erwarten können. Bei seiner Rede stützt er sich auf ein Wort aus der hl. Schrift der Juden, näherhin auf eine Stelle aus dem Propheten Jesaja.

Es ist bezeichnend, dass Jesus nicht mit eigenen Worten beginnt sondern mit Worten der hl. Schrift, also mit dem Wort Gottes. Jesus tut dies erfüllt mit der Kraft des hl. Geistes. Der bewegt ihn, im Namen Gottes zu beginnen, indem er die Schriftrolle nimmt und das Prophetenwort vorliest. An Gottes Segen ist alles gelegen, darum fängt Jesus sein Wirken in Gottes Namen an. Genau das tun wir auch, wenn wir den Tag in der Frühe oder die Ruhe der Nacht oder die hl. Messe oder die Mahlzeit mit dem Kreuzzeichen beginnen im Namen des Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes. Wir sollten jeden Beginn im Namen Gottes setzen und ihn so dem Segen und der Führung Gottes anvertrauen.

Jesus folgt damit freilich der liturgischen Vorgabe, dass jede Rede in der Versammlung mit dem Wort Gottes zu beginnen hat, weil der ja der Herr ist. Bei Jesus hat dies aber eine besondere Note, die verständlich wird, wenn wir uns an den 12jährigen Jesus im Tempel erinnern, wie er seinen verärgerten Eltern erwidert, ob sie denn nicht wüssten, dass er in dem sein muss, was seinem Vater gehört. (vgl.Lk 2:49) Wenn Jesus mit dem Wort Gottes beginnt, betritt er gleichsam ureigenes Terrain. Nicht nur, dass er von seinen Eltern an Hand der hl. Schrift erzogen wurde. Als „Sohn des Höchsten“ (Lk 1:32) betritt er im Wort Gottes heimatlichen Boden, taucht er in jene Atmosphäre ein, in der er seit Ewigkeit daheim ist. Es ist für ihn naturgemäß nicht anders denkbar, als mit dem Wort Gottes zu beginnen. Jesus fügt sich durch sein Verhalten nicht einer vorgegebenen Ordnung ein sondern bringt damit sein wesentliches Geprägtsein von Gott her zum Ausdruck. Das wird dann noch einmal dadurch unterstrichen, dass sich seine Darlegung auf den marginalen Satz beschränkt: „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“ (Lk 4:21)

Schauen wir uns nun das Wort näher an, das Jesus uns vorliest und in dem er sich selber so ganz wiederfindet. Es ist das Wort von einem Geisterfüllten. Die Geistpräsenz führt den Betroffenen nun aber nicht zu bloßer Selbstbespiegelung und zu egoistischer Nabelschau. Vielmehr wird er völlig hingeordnet auf andere, die das nicht haben, was er hat. Zu denen wird er geschickt, damit er Armen eine gute Nachricht bringt, Gefangenen Entlassung, Blinden das Augenlicht, Zerschlagenen die Freiheit. Zusammenfassend will er so ein angenehmes Jahr des Herrn ausrufen.
Jesus erklärt sich mit diesen Schriftworten als der Messias, den sein Volk erwartet. Und der folgende Evangelienbericht des Lukas wird die Deklaration Jesu dann entfalten und dabei vor allem den Grundton der Barmherzigkeit Gottes wiedergeben, der bereits in der Ankündigungsrede Jesus unüberhörbar anklingt.

Fassen wir abschließend eine vorläufige Reaktion der Leute ins Auge: „Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.“ (Lk 4:20b) Sie lässt spüren, wie gespannt die Leute auf seine Worte sind lässt aber offen auf welche Weise sie schließlich reagieren werden. Was sie von Jesus hören und sehen, ist das eine; wie dies bei ihnen ankommt und was es mit ihnen macht, ist das andere.

Bei uns ist es auch nicht viel anders. Mag unsere Aufmerksamkeit mehr oder weniger auf Jesus gerichtet sein – wer will schon wissen, welche Früchte das bringt und ob es überhaupt fruchtbar sein wird. Es braucht ein offenes, berührbares Herz; berührbar insofern wir uns selber als Arme erleben, für die seine Worte und sein Dasein eine Bereicherung sind. Berührbar dann aber auch, dass wir ebenso für die Not um uns sensibel werden und Jesu Vorgabe auch für uns ein Masterplan für unser eigenes Leben wird zum Guten vor allem für unsere Mitmenschen in Not.

Jesus verkündet nicht seine Botschaft sondern die Gottes. Und als Botschaft Gottes ist sie erst auch die seine. Es ist unübersehbar wie bei Jesus so das rückhaltlose Sich-Einlassen auf Gottes Wort untrennbar Hand in Hand geht mit dem bedingungslosen Sich-Einlassen auf die Not seiner Mitmenschen. Damals klingt an, was Widerhall findet in den Anfangsworten der Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“ (GS 1) Das Programm, das Jesus heute vorstellt, das er selber gelebt und verwirklicht hat, ist auch Programm seiner Jünger und er Kirche seither. Unsere Zugehörigkeit zu Christus erweist sich daran, inwieweit es auch unser Lebensprogramm ist. Amen!