Freitag, Juni 19, 2015

Lieben mit Herz


 
+ Aus dem hl. Evangelium nach Johannes 19:31-37

31Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag.
32Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem Ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war.
33Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht,
34sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.
35Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt.
36Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen.
37Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.




Was war denn eure letzte Aktion, bei der ihr mit ganzem Herzen dabei ward? Dass ihr in einer Begegnung, in einer Arbeit, in einer Freizeitbeschäftigung ganz aufgegangen seid und die Welt um euch herum versunken ist? Das hat sich eurem Gedächtnis bestimmt gut eingeprägt!

Dieses Ereignis hat euch gezeigt, wie hingabefähig ihr seid und wie sehr ihr eure Aufmerksamkeit verschenken könnt. Je persönlicher dieses Ereignis umso tiefer sein Eindruck.

Das heutige Herz-Jesu-Fest lässt uns sehen, wie Jesus so ganz und gar mit seinem Herzen dabei ist in seiner Zuwendung zu Gott und den Menschen. Seinen letzten Herztropfen gibt er dabei her, wie uns das Evangelium eben sehr dramatisch schildert in der Durchbohrung seiner Seite durch die Soldatenlanze. Sein Sterben wird so definiert als eine Herz-Tat, in der er sein Herzensbedürfnis erfüllt – uns Menschen zu erlösen.

Jesus wollte, dass sein Tun nie mehr vergessen wird im Kreis derer, die zu ihm gehören.
Darum gedenken wir dieser Herz-Tat Jesu vor allem bei jeder hl. Messe und feiern dabei, wie Jesus uns durch sein Tun und durch das Geschehenlassen an ihm zum Rettungsboot wird, das uns aus der Unterdrückung in die Freiheit bringt.

Im Evangelium lesen wir von Blut und Wasser, die aus der Seitenwunde Jesu fließen.
Das Blut erinnert in der Nacht, in der Israel aus Ägypten ausgezogen ist, an das Blut des Paschalammes, das an die Türpfosten gestrichen wurde, damit der Verderber vorübergehe und keinen Schaden stifte. Durch das Blut Jesu wird der Verderber von uns Menschen ausgeschaltet – der Tod.

Das Wasser soll ein Sinnbild sein für den Hl. Geist, der durch Jesus ausgegossen wird auf alle, die glauben. Durch die Elemente Blut und Wasser werden die Erlösung durch Jesus und die Gabe des Hl. Geistes durch ihn ausgedrückt. Aus beidem wächst die Gemeinschaft der Kirche hervor, jene Menschen also, die sich durch die Taufe mit der Erlösung und mit der Geistgabe beschenken lassen können, weil sie glauben.

Herz Jesu – ein Fest, das seine Gaben als Herzensgaben bestimmt, die aus der unergründlichen Tiefe seines Herzens kommen, von dem wir bekennen, dass dort die ganze Fülle der Gottheit wohnt. Lebens- und Liebeszeichen aus der Herztiefe Gottes.

Herz Jesu ein Appell wider die Herzlosigkeit unserer Tage, wider die Herzenskälte in uns selber. Gelingt es uns, diesen Appell zu hören und in unser Herz einzulassen, damit wir uns darauf einlassen können?
Können wir es zulassen, dass Jesus unser Herz nach seinem bildet?
Nur durch unsere Herzen kann sich die Herzwärme Gottes in unserem Leben und in unserer Welt ausbreiten. Stellen wir dem Herrn unser Herz zur Verfügung und beantworten wir die Kälte in unserer Welt mit der Wärme, die der Herr uns von Herzen schenkt.

Diese erwärmende Antwort, zu der wir Christen vorgewärmt und befähigt sind, besteht in der möglichst ungeteilten Zuwendung, die wir unseren Mitmenschen schenken; sie zeigt sich in der Betroffenheit von der Not unserer Mitmenschen und der Bereitschaft so gut wie möglich Not zu lindern.

Angesichts der dramatischen Notlagen in unseren Tagen wollen wir uns der Liebe Gottes zu uns bewusst werden im Gebet der Herz-Jesu-Litanei und damit zugleich diese Nöte dem Herrn und uns ans Herz legen.

Herz-Jesu-Litanei

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